© Harley Davidson

Freizeit
02/28/2021

Unter Strom! Der E-Bike-Boom hält an

Jedes dritte in Österreich verkaufte Rad ist ein E-Bike. Nun ist sogar Harley-Davidson aufs Fahrrad mit eingebautem Rückenwind gekommen.

von Bernhard Praschl

Wenn Sie bald einmal ein Riesentrumm auf zwei Rädern an sich vorbeiziehen sehen, das nicht brummt und brüllt, sondern sonor summt und dennoch auf den Namen Harley-Davidson hört, wundern Sie sich nicht: Auch ein Traditionalist wie der Hersteller aus Milwaukee, Wisconsin, geht mit der Zeit – und mischt nun am weltweiten E-Bike-Boom mit.

Die Lenker der Geschäfte  der US-amerikanischen Kultmarke haben extra eine neue Gesellschaft gegründet, um mit der Serial 1 Cycle Company an der Zukunft des Fahrrads mitzuwirken. Vielleicht an vorderster Front. Der neue Markenname lehnt sich jedenfalls ganz bewusst an die allererste Harley von 1903 an, die als „Serial Number One“ in die benzingetränkte Firmengeschichte Eingang gefunden hat.

Facetten des Fahrrades

Der heimische Importeur vertröstet Biker, die in Gedanken  schon flüsterleise Harley-Ausflüge planen. „Mit dem ,Lifewire’ haben wir ein Elektro-Motorrad im Angebot“, so die Auskunft, „aber mit dem ,Serial 1’ wird es sich heuer nicht ausgehen.“

Wie auch immer, wahre Liebhaber der velozipedischen Kunst können gut und gerne warten. Denn was ist schon ein einziges Jahr angesichts der reichhaltigen Historie des Bicycles. Es hat nämlich bereits 204 Jahre auf dem Sattel! Dennoch zeigt es sich gerade jetzt wieder in neuer Frische. Und mit erstaunlicher Vielfalt.

Denise macht Tempo

Ob Bambus, Holz, Alu, Stahl oder Karbon, das Fahrrad kommt auf unterschiedlichste Weise daher. Oft gemächlich, durchaus aber auch in mehr als nur flottem Tempo. Die dreifache Mutter Denise Mueller-Korenek etwa strampelte sich vor drei Jahren in einer Salzwüste im US-Bundesstaat Utah mit 296.009 km/h zur schnellsten Radfahrerin der Welt. Zwar im Windschatten eines Dragsters, aber mit reiner Muskelkraft.

Hätte Karl Freiherr von Drais das gesehen, hätte er große Augen gemacht. Der Forstbeamte trat 1817 mit seinem Laufrad (Draisine) eine Lawine an laufenden Innovationen los. Seine Erfindung hatte den jungen Ingenieur Carl Benz 1885 zur Entwicklung des Motorwagens inspiriert. Aber während die Autofahrer nur sehr zögerlich auf den Elektroantrieb anspringen, präsentieren sich die Radfahrer wieder einmal als Pioniere: Seit der E-Bike-Boom vor knapp zehn Jahren in Asien anfing, sind sie von den Möglichkeiten der Räder mit eingebautem Rückwind voll begeistert.

Jedes dritte im Vorjahr hierzulande verkaufte Fahrrad ist ein Elektrorad. Tendenz steigend. Bei unseren deutschen Nachbarn macht sich der Trend noch stärker bemerkbar. Im Jahr 2019 wurden dort mehr Elektroräder als Dieselautos verkauft.

„Das E-Bike ist auf dem Weg zum neuen Standard-Fahrrad“, kombinierte die Tageszeitung Die Welt. Denn es bringt jene wieder zurück in den Sattel, die glaubten, dem Fahrrad längst entwachsen zu sein. Mehr noch, das Lasten-E-Bike könnte bald wie der City-Roller zum Stadtbild dazugehören.

Wie von Zauberhand

Natürlich könnte man auch mit dem betagten PUCH Camping zum Greißler ums Eck treten. Aber wer einmal mit einem E-Bike losgefahren ist, wird diese fast zauberhafte Unterstützung nicht mehr missen wollen. Und weil gerade Elektroräder immer weiter aufgerüstet werden, fühlt man sich darauf eher wie ein Pilot der Zukunft denn wie ein trauriger Pedalritter.

Federung, elektronische Schaltung, Scheibenbremsen, manche Modelle haben eine eingebaute Diebstahlsicherung, Tacho, Routenführung per Navi: Alles da und noch mehr. Natürlich, treten muss man nach wie vor selbst. Aber eben nicht mehr bis zum Abwinken.

Stärker, weiter, besser

 Im Regelfall unterstützt der Motor mit einer Geschwindigkeit bis zu 25 km/h. Mit etwas Übung überfordert das keinen. Wer mehr will, muss auf ein Moped umsteigen. Es geht nicht um Speed, sondern um einen starken Akku, um – wie beim Autofahren – auf anständige Reichweiten zu kommen.

Erstmals werden jedenfalls auch für  jene ausgedehnte Touren möglich, die nicht zuvor einem Fitnesscenter entsprungen sind. Sowohl der Sporthandel als auch die Tourismusindustrie haben sich längst darauf eingestellt. Vom Waldviertel bis Mallorca boomen Radreisen. Wer nicht sein eigenes Bike als  Gepäck mitführt, kann meist problemlos eines vor Ort leihen. Und wer zu Hause klammheimlich schon am Streckenverlauf seiner persönlichen  E-Tour d’Autriche bastelt, muss sich dafür nicht mehr belächeln lassen.

Bleibt nur ein Problem: die Lieferkette. Da viele Teile – die Schaltung, die Bremsen – vorwiegend in Asien erzeugt werden, ist Corona-bedingt nach wie vor mit Engpässen zu rechnen. Also, nicht böse sein, wenn Händler den  Nachschub nicht schnell genug liefern können - die Berge laufen nicht davon.

KTM Macina Prowler Sonic
Absolutes HighEnd-E-Bike mit extrastarkem Antrieb Marke Bosch PowerTube 625 Wh Akku. Mit dem Flaggschiff von KTM - das Topmodell kratzt an der 10.000-Euro-Marke - schafft man es  auch querfeldein auf Gipfelhöhe; https://www.ktm-bikes.at

 

 

My Esel

Aus Holz gebaut: Mit dem stylischen Eschen-Birken-Holzrahmen macht man in der Natur gute Figur. Beim extrastarken „E-Mountain“ ist der Akku nicht mehr im Rahmen verbaut ab Euro 3.490. https://www.my-esel.com

Geero

Vom E-Bike aus der Steiermark gibt es Damen- und Herrenversionen (Bild), beide sowohl in Beige als auch in Schwarz. Ideal für Stadtbewohner, die auch Touren aufs Land planen; ab 2.790 €. https://www.geero.at

 

Simplon Rapcon Pmax

Vom Flaggschiff aus Vorarlberg war schon im Vorjahr das deutsche Fachmagazin Velomotion begeistert.

Hitec Sports in Wien-Hietzing ist d e r Simplon-Händler im Westen Wiens. https://www.hites-sports.at

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