freizeit
12/03/2013

von Guido Tartarotti

Ich freue mich, dass Sie alle so zahlreich erschienen sind. Wir befassen uns heute aus Anlass des Budgetlochs mit dem Thema „Das Wesen des Lochs im Wandel der Zeiten“.

Ein Loch kennt an sich jeder: Ein Loch ist das vorne im Socken, damit die Zehe rausschauen kann. Oder das im Zahn, das überall wehtut, nur nicht im Zahnarztwartezimmer. Oder das, was in einem vollen Glas Wein entsteht, wenn man das Glas versehentlich neben Michael Häupl abstellt. Lustigerweise hilft uns das nicht weiter bei der Frage: Was ist ein Loch? Oder besser: Ist ein Loch überhaupt was? Oder ist ein Loch nicht vielmehr … nichts? Über diese Frage haben schon die Scholastiker im Mittelalter gestritten, Philosophen und Physiker streiten bis heute. Die Vertreter der einen Richtung sagen, ein Loch ist definiert durch das, was rundherum ist. Also ein Loch im Socken besteht aus Socken. Da stoßen wir aber schon zum ersten Mal auf ein Problem: Wenn das Loch im Socken aus Socken besteht und es wird mit der Zeit immer größer, bis es den ganzen Socken umfasst, also nicht nur das Loch aus Socken besteht, sondern gleichzeitig auch der Socken aus Loch – kann ich mir den immer noch anziehen? Oder: Wenn das Loch im Weinglas vom Häupl aus Wein besteht – kann man das Loch trotzdem trinken und ist dann angesoffen?

Die andere Glaubensrichtung im Lochstreit sagt: Ein Loch definiert sich durch sich selbst, und zwar durch das Nichtsein. Das Prinzip Loch ist eine Unterbrechung des Prinzips Socken, das Loch ist der Nichtsocken, deswegen schaut ja die Zehe raus. Aber! Wenn das Prinzip Loch eine Unterbrechung des Prinzips Zahn darstellt, also ein Nichtzahn ist – warum tut der dann so weh?

Vielen Dank. Beim nächsten Mal reden wir dann über den Emmentaler. Und nicht vergessen: Das ist Stoff und kann geprüft werden!

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