freizeit
10/21/2013

von Guido Tartarotti

Ein mir persönlich bekannter kluger Mann prägte die Theorie vom „Trottel-“ bzw. vom „Mistkerltest“. (In Wahrheit sagte er nicht „Mistkerl“, sondern verwendete ein Wort, das mit „-loch“ endet, mit „O-“ anfängt und in der Mitte ein „-rsch “ hat, aber wir wollen uns hier doch eines etwas gepflegteren Tons befleißigen.)

Dieser Theorie folgend, stellt uns das Leben jeden Tag Gelegenheiten zur Verfügung, in denen wir beweisen können, dass wir eben keine Idioten und/oder „-rsch-“s sind: Straßenverkehr, Einkaufen, das Zusammentreffen mit Menschen, die andere Meinungen vertreten ... Wir können uns freundlich, angemessen, rücksichtsvoll verhalten und somit gute Stimmung verbreiten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele diese Gelegenheiten auslassen.

Der ultimative Trottel- und Mistkerltest ist der Umgang mit Mist. Ich gehe jetzt bewusst in die Früher-war-alles-besser-oje-der-Opa-erzählt-schon-wieder-vom Krieg-Falle, aber: Ich kann mich nicht erinnern, dass man früher systematisch Flaschen, Tschikpackerln, Dosen und Schokoriegelpapier auf die Wiese beim Sportplatz gehaut hätte, und zwar direkt neben einen, von der Gemeinde in einem Ausdruck von Verzweiflung unlängst dort aufgestellten Müllcontainer. Oder einen alten Herd, einen Stapel Autoreifen und einen Fernseher direkt unter den Zettel „Bitte hier keinen Müll deponieren“ deponiert. Bei uns hat einmal jemand einen schweren Mistkübel aus Beton nicht vom Sperrmüll abholen lassen, sondern neben den Restmüllcontainer gestellt. Von dort nehmen ihn die Mistkübler nicht mit, weshalb er seit Monaten dort steht und von den Anrainern mit Müllsäcken gefüllt wird, welche ebenfalls nie jemand abholt. Das System füttert somit sich selbst, und irgendwann wird der Müll, von dieser Stelle ausgehend, die ganze Welt verschlungen haben.

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