Ich glaube zum Beispiel, dass 2014 sehr super wird. Nicht, dass die makroökonomischen Prognosedaten diese Ansicht besonders stark unterstützen würden, aber für die Makroökonomie gilt, was jeder Koch weiß: the proof of the pudding is in the eating, wie der Inder sagt. Hä? Nun ja, einer meiner Vorsätze für dieses sehr supere Jahr ist zum Beispiel, dass ich möglichst viele unpassende Sprichwörter in einer Kolumne unterbringe. Das hat zwei Gründe. Erstens hatte ich während meiner aktiven Zeit einen Kollegen, der war der superste von allen in dieser Disziplin: Da beißt sich die Katze in den Sack, hat der geschrieben, superer geht es einfach nicht. Und außerdem interessiert mich das flächendeckende sprachliche Knapp-Daneben, das in knapp danebengegangenen Sprichwörtern gewissermaßen zu sich kommt, in besonderer Weise, seit ich gegen meinen ursprünglichen Willen und ehrlich gesagt auch bis auf den heutigen Tag gegen meine innerste Überzeugung in der Dauerausstellung des Sprachmülls im Internet hänge, die auf den lautmalerischen Namen „Twitter“ hört.

Es ist faszinierend zu sehen, wie sehr diese Bonsai-Variante der Meinungsabsonderung auch Menschen, in deren Beruf die Sprache eine nicht unwesentliche Rolle spielt, an die Grenze der Sprachblödigkeit führt. Ich hätte ja immer gedacht, dass man, was man überhaupt sagen kann, auch in 140 Zeichen sagen kann. Nope. Meine stille Hoffnung ist, dass sie es nicht besser können. Mein lauter Verdacht sagt, sie bemühen sich nicht, und das ist das wirklich Schlimme, denn es zeugt von Respektlosigkeit gegenüber den Adressaten (nicht sehr schlimm), gegenüber sich selbst (schon ziemlich viel schlimmer) und gegenüber der Sprache (sehr superschlimm). Es ist die Sprache, die spricht, meinte der Alte vom Todtnauberg. Ich weiß nicht.

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