Spanische Wegschnecken fressen sich durch den Garten.

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freizeit Tiere
06/29/2020

Was Nacktschnecken im Garten ausbremst

Absammeln, Tomaten-Jauche, Gießen am Morgen und Umstechen im Herbst reduzieren die Schädlinge.

von Hedwig Derka

Gefleckte Weinbergschnecken zählen Hierzulande zu den häufigsten Arten. Vor allem rund um Wien sind diese Landlungenschnecken weit verbreitet. „Insgesamt gibt es in Österreich zirka 360 Schneckenarten. Sie leben z.B. in Quellen, auf Trockenrasen oder im Thermalwasser“, sagt Anita Eschner, Mollusken-Expertin im Naturhistorischen Museum Wien. Ein Drittel der heimischen Arten ist bedroht. Der Klimawandel und die Zerstörung ihres Lebensraumes macht den Feuchtigkeit liebenden Weichtieren das Überleben schwer. 

Auch im Garten sind sie oft gefährdet. Sie geraten zum Kollateralschaden im giftigen Kampf gegen die gefräßige Verwandtschaft; allen voran die Spanische Wegschnecke. Das muss nicht sein. 

Schonende Maßnahme

„Wir empfehlen als erste und schonendste Maßnahme das Absammeln“, sagt Björn Schoas von "Die Umweltberatung". Ein schneller Tod im heißen Wasser ist weniger grausam als das langsame Entwässern mit Salz. Schneckenkorn ist Tabu. Es bringt nicht nur die wichtigen Zerkleinerer von Biomasse um, sondern auch Regenwürmer, Igeln und eventuell Haustiere.

Nützlinge fördern

„Ein naturnaher Garten fördert Nützlinge. Glühwürmchenlarven etwa sind super Schneckenvertilger“, sagt der Umweltberater. Kaffee, Knoblauch-Wasser und Tomaten-Jauche wiederum schützen Jungpflanzen. Auch ledrige Blätter, dornige oder giftige Pflanzen bleiben eher verschont.

Vorbeugen

Vorbeugend wirkt außerdem das morgendliche Gießen. Unter Tags sind die schleimigen Schleicher nicht so gerne unterwegs. Schnecken-Zäune – mindestens 10 cm hoch – halten die Vielfraße ebenfalls effizient auf Distanz. Nicht zuletzt reduziert ein Umstechen im Herbst und Winter die Plage. Die Eier gelangen dabei an die Oberfläche und erfrieren.

„Es geht um einen Kompromiss“, schließt Schoas: „Geringe Schäden von Schnecken sind zu akzeptieren.“