Die olympischen Ringe in Tokio

Die olympischen Ringe in Tokio 2020.

© APA/AFP/PHILIP FONG

freizeit
07/22/2021

Einblicke ins Olympiadorf: Sexverbot und absurde Pappbetten

Am Freitag beginnen die Olympischen Sommerspiele in Japan. Wir haben die schrägsten Fakten zur Einstimmung gesammelt.

von Caroline Bischof

Vieles ist heuer wegen Corona anders, und so auch die olympischen Spiele. Welche Kuriositäten die Athleten und Zuschauer in Tokio erwarten, lesen Sie hier.

1. Recycelte Medaillen

Keine Angst, die Athleten dürfen ihre Medaillen nach den Spielen natürlich wie immer nach Hause mitnehmen. Trotzdem soll das Event unter dem Motto der Nachhaltigkeit stehen. Deswegen sind die olympischen Medaillen heuer aus recyceltem Metall. Die japanische Bevölkerung wurde aufgefordert, ihre alten Elektrogeräte zu spenden – insgesamt 78 Tonnen Material wurden so gesammelt, darunter auch 6,2 Millionen Handys. Aus dem darin enthaltenen Gold, Silber und Bronze wurden dann die rund 5.000 benötigten Medaillen gefertigt.

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2. Offzielles Sexverbot im olympischen Dorf

Sechs neue offizielle Sportarten, dafür einen inoffiziellen Kontaktsport weniger – die Social-Distancing-Regeln im olympischen Dorf sehen auch im Bett einen strengen Mindestabstand vor. Deswegen gibt’s heuer zum ersten Mal seit 30 Jahren keine Gratiskondome im Zuge der offiziellen Anti-HIV-Kampagne für die Athleten. Erst bei der Abreise werden die 160.000 Gummis – 14 für jeden Sportler – verteilt. Das IOC betont ausdrücklich, dass die Nutzung der Kondome im olympischen Dorf sowieso nie beabsichtigt sei, sondern dass die Athleten diese in ihre Heimatländer mitnehmen und so zur gesundheitlichen Aufklärung beitragen sollten. Eh logisch.

3. Origami-Betten

Wobei das Sexverbot vielleicht gar keine schlechte Sache ist, angesichts der Betten im olympischen Dorf. Die sind heuer nämlich auch nachhaltig gestaltet – aus Pappkarton. So können die rund 118.000 benötigten Betten nach den Spielen einfach recycelt werden und landen nicht direkt im Müll. Witzig fanden’s die Athleten trotzdem, Leichtathlet Paul Chelimo twitterte zum Beispiel, dass die Betten wohl Teil des Sexverbots im olympischen Dorf wären, da der Pappkarton sicher nur das Gewicht einer Person tragen könnte.

Der Veranstalter beruhigt: die Betten sind stabil und können bis zu 200 Kilogramm Gewicht tragen. Da kann Chelimo entspannt schlafen!

4. Öko-Stadion der Einigkeit

„United in Diversity“, zu Deutsch „Vereint in Vielfalt“ lautet das Motto der 32. Olympischen Spiele – zugegebenermaßen etwas ironisch inmitten der japanischen Uneinigkeit über deren Austragung. Zur Einigung des japanischen Volkes ließ sich Architekt Kengo Kuma etwas ganz Besonderes einfallen: Das Stadion besteht zu großen Teilen aus ökologisch zertifiziertem Holz, das aus allen 47 Präfekturen Japans stammt. Auch im olympischen Dorf wird das Konzept fortgeführt, Teile des Holzes sollen nach den Spielen wieder an den Ursprungsort returniert werden.

5. Roboter erobern Olympia

Gilt Social Distancing eigentlich auch für Roboter? Japan sagt „nein“ und zieht bei der Versorgung der Athleten und Funktionäre alle Register. Von Robotern am Gepäckband am Flughafen, über intelligente Transportfahrzeuge und automatisierte Kellner gibt es in Tokio kaum etwas, das es nicht gibt. Entwickelt wurde die Technologie für die olympischen Spiele von Toyota, einem der Hauptsponsoren. Was davon auch ohne Millionenpublikum wirklich zum Einsatz kommen wird, erfahren wir erst am Freitag.

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