Schildkröten leben im Freien glücklich: Das müssen Besitzer beachten
Wissen und Sicherheitsmaßnahmen schützen die Reptilien. Der KURIER-Tiercoach erklärt, was das Außengehege sicher macht.
Schildkröten bevölkern seit mehr als 225 Millionen Jahren die Erde. Doch erst seit den 2010er-Jahren mehren sich Studien, die sich einschlägig mit den Zeitgenossen der Dinosaurier beschäftigen. Mittlerweile ist bekannt, dass die Panzertiere ein gutes Gedächtnis haben, lernfähig sind und Probleme lösen können.
Studie zeigt, dass Schildkröten menschliche Gefühle haben
Zuletzt belegten britische Wissenschaftler, dass Rotfußschildkröten ähnliche Gefühle haben wie Säuger. Die 15 getesteten Exoten wirkten in einer angereicherten Umgebung optimistischer; unbekannte Objekte ängstigten sie dort kaum.
Die Forscher sehen ihre Ergebnisse nicht zuletzt als Auftrag, Schildkröten daheim nicht in einer monotonen und damit stressigen Umgebung zu halten.
„Die optimale Haltungsform von Schildkröten ist outdoor“, bestätigt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt im Vorfeld des Weltschildkrötentags am 23. Mai, was die gepanzerten Haustiere im Freigehege glücklich macht und wo Gefahren bestehen.
Schildkröten im Garten brauchen Unterschlupf mit Technikausstattung
„Hierzulande sind die Sommertage sehr warm. Das ist das richtige Klima für Schildkröten“, sagt Reitl. Doch in der Übergangszeit, an kühlen Tagen, nächtens und bei Wetterumschwüngen müssen sie ins Haus. Alternativ kann ihnen ein umgebautes Glashaus oder Frühbeet ins Gehege gestellt werden.
Das Dach muss sich temperaturgesteuert öffnen. Darüber hinaus sollte eine Speziallampe eingebaut sein, damit die Tiere auf ihre UV-Strahlungsintensität kommen; nur so erreichen sie die für ihren Stoffwechsel nötige Körperwärme. Eine Behausung aus Steinen darf keinesfalls einstürzen.
https://zoodoc.at„Schildkröten sind schneller unterwegs, als viele denken“, weiß die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn und fordert eine sichere Umzäunung. Die grab- und kletterfreudigen Reptilien müssen am Ausbrechen gehindert werden.
Einmal ausgebüxt, sind sie wegen ihrer Tarnfarbe nicht einfach aufzufinden. Außerdem ziehen sie sich gerne ins Gebüsch und in Erdmulden zurück.
Krähen sind eine Gefahr für Leib und Leben der Reptilien
„Eine große Gefahr für Schildis sind Krähen. Wir müssen immer wieder Patienten mit angepeckten Augen, Nase und Beinen versorgen“, erzählt Reitl aus der Praxis. Ein Netz hält Angreifer von oben ab.
„Schildkröten müssen gefüttert werden. Das Grünzeug, das im Gehege wächst, genügt nicht“, sagt der Zoodoc. Wildkräuter, Gräser und Pflanzen wie Löwenzahn, Brennnessel, Distel oder Wegerich sollen neben Heu das Hauptfutter sein – je abwechslungsreicher, desto besser.
Karotte, Salat und Gurke können Leckerli sein. Wasser sollte zum Trinken und zum Baden angeboten werden. Falsche Ernährung macht krank. Obst etwa schädigt die Darmflora. Zu viel Protein bzw. zu wenig Kalzium können den Schnabel und Panzer missbilden.
Haltungsfehler verursachen großes Leid, Wissen bewahrt davor
„Gerade bei Reptilien entsteht viel Leid durch Haltungsfehler“, sagt der KURIER-Tiercoach: „Besitzer sind verpflichtet, die Bedürfnisse zu kennen und zu befriedigen.“
KURIER Tiercoach
Der KURIER-Tiercoach Frau Dr. Katharina Reitl aus der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn gibt exklusiv für den KURIER regelmäßig Tipps zur Haustierhaltung.
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