freizeit | Salz und Pfeffer
19.03.2016

Aragwi

Georgische Küche, Weine, Tanz und Musik in Wien.

Die georgische Küche galt zu Sowjet-Zeiten als die beste, die man in der ganzen UdSSR bekommen konnte, die Vielfalt der Aromen, die Reichhaltigkeit, die lebensfrohe Üppigkeit war da sonst ja nicht so verbreitet. Heute, da Georgien eine eigenständige Republik ist, hat die Küche nach wie vor Kult-Charakter und gilt als touristische Attraktion. In Europa ist diese vielschichtige Fusion aus kulinarischem Orient, Russland, Türkei und Kaukasus aber kaum bekannt. Ein Grund, das zu ändern, dachte sich Nana Anchabadze, deren Familie aus Tiflis stammt und deren Bruder in Russland drei erfolgreiche georgische Lokale führt. Man brachte fünf Tonnen original georgischer, alter Ziegel nach Wien, außerdem reichlich georgische Kunst und Dekoration, Teppiche und Vorhänge. Ja, das „Aragwi“ könnte man als üppig gestaltet bezeichnen, also genau die richtige Kulisse für diese Küche. Borschtsch ist hier alles andere als fad, gut gewürzt, herzhaft (8,70 €), und die wunderbaren Melanzani-Rollen Badridschani sind sowieso typisch – Nussfülle und Granatapfel findet man in Georgiens Küche häufig (9,80 €). Bei reichlich Hunger sollte man keinesfalls die im Pizzaofen gebackenen und meist mit geschmolzenem Käse belegten Germteigfladen Khatschapuri versäumen (10,50-13,50 €), bei den Hauptspeisen hat man die Wahl zwischen Schaschliks und herrlichen, mit Koriander gewürzten Fleisch-Eintöpfen wie „Ostri“ (12,20 €). Oder natürlich dem Nationalgericht Chinkali, mit Fleisch gefüllten Teigtaschen in Schwammerl-Form, die man mit der Hand isst – keine Sorge, man bekommt eine Anleitung (9,50 €). Die georgischen Weine haben exotische Namen und sind köstlich, fallweise gibt’s Musik und Tanz. Ein klarer Fall von Bereicherung. Aragwi, Wien 7, Neustiftgasse 3, Tel: 01/890 62 19, Mo-Fr 11-24, Sa, So 12-02,www.aragwi.at

Max.
Küche 27 35
Keller 7 10
Service 13 15
Atmosphäre 12 15
Preis/Wert 15 20
Familie 4 5
78 100

florian.holzer@kurier.at