freizeit | Salz und Pfeffer
13.10.2018

Florian Holzers Restauranttest: Lav

Das „Lav“ sieht zwar immer noch wie ein Hotelrestaurant aus, kocht jetzt aber besser.

Es war vor zwei Jahren, als das „Graben 30“ in den Räumlichkeiten des Wiener Teppichhändlers Adil Besim eröffnete. Und es dauerte nur ein paar Monate, da war das Lokal der kroatischen Unternehmensgruppe auch schon wieder leer – wegen akkurater Mittelmäßigkeit. Der Klosterneuburger Unternehmer Loran Pejcinoski und seine Frau, die Architektin Emilija Grankova, übernahmen das Lokal trotzdem, wählten allerdings eine ungewöhnliche Vorgehensweise, eine „evolutionäre“: Zuerst geändert wurden der Name, das Gastgarten-Design und die Küche, Design und Ausrichtung geht man in den nächsten Monaten an. Das heißt, das „Lav“ sieht zwar immer noch wie ein Hotelrestaurant aus, kocht jetzt aber besser. Küchenchef Iva Justa verlegt sich auf eine mediterrane Küche mit subtil eingesetzten asiatischen Akzenten, was zwar jetzt nicht die Neu-Erfindung des Rades darstellt, aber dafür auch nicht schlecht gelingt: Burrata mit Shiitake-Pilzen in leichter Miso-Marinade zum Beispiel, gute Idee, aber da könnte man noch dran feilen (13,90 €), flambierte Süßwassergarnelen mit Quinoa-Popcorn und lila Karfiol-Creme dafür schon sehr gut gelungen (17,90 €) und Safran-Zucchini-Risotto mit gebratener Jakobsmuschel zumindest tadellos (17,90 €). Bei der Wasabi-Kruste der perfekt gebratenen Lammkrone handelt es sich halt eher um einen farblichen Effekt, geschmacklich bringt die gar nichts, stört aber auch nicht (26,– €). Der Ausblick auf den Graben ist nach wie vor toll, die Weinkarte soll noch spannender werden – insgesamt keine schlechte Ausgangssituation, man darf gespannt sein, was da noch passiert.

Lav,
Wien 1, Graben 30,
Tel: 01/934 66 88,
So-Mi 9-24, Do-Sa 9-2,
www.lav-restaurant.com

Bewertung:
   Küche: 29 von 35
   Keller: 7 von 10
   Service: 14 von 15
   Atmosphäre: 11 von 15
   Preis/Wert: 15 von 20
   Familie: 3 von 5
Gesamt: 79 von 100

florian.holzer@kurier.at