freizeit | Salz und Pfeffer
10.11.2018

Florian Holzers Restauranttest: Cucina Cipriano

Neapel und Grado vermischen sich in Mariahilf.

Die Aussage, dass es in Wien kaum wirklich gute italienische Restaurants gibt, mag Protest auslösen, ist deshalb aber nicht weniger wahr. Umso erfreulicher, dass jetzt ein weiteres dazu kam: Andrea Cipriano, der zuletzt in der bezaubernden „R&Bar“ kochte, und seine Frau Carmela Bisogno bieten in ihrem neuen Restaurant eine Art italienisch-italienische Fusionsküche: Sie stammt aus Neapel, er aus Grado, Norden und Süden werden da  kreativ miteinander vermischt.
Es gebe in Italien viel zu viele gute Sachen, um immer nur die Klassiker zu kochen, sagt Andrea Cipriano. Und deshalb macht er als Gruß aus der Küche zwar Penne all’arrabbiata, aber die Pasta halt knusprig frittiert, zum Eintunken ins Sugo, großartig (4,90 €). Prosciutto von d’Osvaldo aus Cormòns muss man nicht neu interpretieren, das passt schon so (13,50 €), die buttrige Stockfischcreme Baccalà Mantecato mit Piemontesischer Trüffel zu kombinieren ist definitiv nicht klassisch, aber köstlich (6,– €). Trüffel gibt’s dann auch auf die Jakobsmuscheln in Erdäpfelcreme, kaum auszuhalten, so gut (18,90 €), wunderbar auch die Variation „Crudo di Mare“, adriatisches Sashimi mit rohem Scampo, Thunfisch-Tatar und dünnen Streifen roher Gelbschwanzmakrele (12,50 €) und piemontesische Spaghetti mit Kürbiscreme und Garnele (15,90 €). Doch Achtung, für die Desserts MUSS Platz gelassen werden: hausgemachter Mini-Magnum-Eislutscher, mit echter Schokolade und echter Vanillecreme, oder „süße Minestrone“ mit Stangensellerie-Eiscreme – hatte man noch nicht oft, will man wieder haben.

Cucina Cipriano,
Wien 6, Aegidig. 15,
Tel: 0660/164 76 08,
Di-Sa 12-15, Mo-Sa 17.30-22.30,
www.facebook.com/cucinaCipriano/

Bewertung:
   Küche: 30 von 35
   Keller: 7 von 10
   Service: 15 von 15
   Atmosphäre: 12 von 15
   Preis/Wert: 16 von 20
   Familie: 3 von 5
Gesamt: 83 von 100


florian.holzer@kurier.at