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freizeit | Salz und Pfeffer
06/09/2019

Florian Holzers Restauranttest: Arezu

Das ehemalige Gasthaus Franz bietet „moderne persische Küche“ an.

Die großartige libanesische Küche hat sich in Wien einigermaßen etabliert, türkische Grill-Restaurants sind allgegenwärtig, mit der marokkanischen Küche hapert’s noch. Orientalisches Essen wurde jedenfalls Teil der kulinarischen Vielfalt, nur um die persische Küche war’s in den vergangenen Jahren ein bisschen still. Das zu ändern trat nun der junge Sijawasch Hayat an, der gemeinsam mit seiner Frau Mirjam Tomek das ehemalige Gasthaus „Franz“ übernahm und zu einem hellen, eleganten Restaurant für „moderne persische Küche“ namens „Arezu“ machte. Wie kann man sich moderne persische Küche vorstellen? Alles ein bisschen raffinierter, elaborierter und natürlich auch optisch sehr ansprechend, dafür holte man eine Küchenchefin direkt aus dem Iran, auch viele Zutaten stammen von dort. Bei der traditionellen (auch in seiner herkömmlichen Form großartigen) Melanzani-Creme Kashke Bandemjan wird das Konzept deutlich: Die cremigen Melanzani werden mit gerösteten Zwiebeln und Walnüssen belegt, in der Mitte ein Klacks des getrockneten Joghurts „Kashk“ mit gebratener Minze drauf – extrem gut (7,50 €). Auch der Aufwand für das frittierte Huhn namens Akbar Djudje ist enorm: in Ayran-Wasser eingelegt, dann mit Safran und Kurkuma gekocht, bei Bestellung frittiert und mit Tamarinde-Granatapfel-Sauce serviert. Flügerl und Keule sind köstlich, die Brust gerät bei der Methode (wie oft) leider etwas trocken (16,90 €). Und am Schluss noch ein flaumiger Apfel-Zimt-Napfkuchen in cremigem Vanillepudding mit Safran-Minz-Sorbet (7,90 €) – 1001 Nacht in der 2.0-Version!

Arezu,
Wien 8, Florianig. 19,
Tel: 0664/140 47 04,
Mo-So 11.30-23.30,
www.arezu.at

Bewertung:
   Küche: 27 von 35
   Keller: 6 von 10
   Service: 14 von 15
   Atmosphäre: 13 von 15
   Preis/Wert: 16 von 20
   Familie: 3 von 5
Gesamt: 79 von 100


florian.holzer@kurier.at