© Matthias Schickhofer

freizeit Reise
06/17/2021

Bärentrail, Waldviertel: Die Spur der Steine und des Wassers

Unterwegs zwischen Urwäldern, Hochmooren und Kulturlandschaften: Der Bärentrail im nördlichen Waldviertel.

von Konrad Kramar

Zugegeben: Dass sich der Granit des Waldviertels zu einem fünftausend Meter hohen Gebirge auftürmte, ist selbst für Erdgeschichtler schon ein Zeiterl her. Heute erzählen davon nur vermooste Steintrümmer, die auf Wäldern und Lichtungen so wild durcheinander herumliegen, als hätte ein verärgerter Riese damit um sich geworfen.

Liebhaber des Übersinnlichen

Die Granitlandschaften des nördlichen Waldviertels – dort ist es ja wirklich noch ein Wald-Viertel – sind seit jeher ein Treffpunkt für Liebhaber des Übersinnlichen. Doch auch wer sich nicht unbedingt für Kraftplätze und Energielinien interessiert, kann hier einer Natur begegnen, die unglaublich viel unglaublich unaufgeregt zu erzählen hat. Und all diese Geschichten – vom Wasserrauschen des Kamp, der über diese Granitfelsen schießt, über den Wind auf einer exponierten Lichtung über dem Fluss, bis zum Quitsch-Quatsch unter den Schuhen beim Weg durch ein Hochmoor – hat einer von Österreichs erfahrensten Waldexperten und Naturschützern entlang eines Weges aufgereiht.

Bärenpark als Ausgangspunkt 

Matthias Schickhofer, selbst aus dem nördlichen Waldviertel, hat den Bärentrail in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt gestaltet. Auch wenn man die Bären aus dem Namen hier nur im Bärenpark von Vier Pfoten in Arbesbach findet, ist die Gegend trotzdem voll von oft erstaunlich wilden Naturerlebnissen.

Sechs verlässlich beschilderte Tagesetappen umfasst der Weitwanderweg seit heuer. Selbstverständlich kann man es kürzer halten, sich nur zwei oder vier Tage auf den Weg machen. Die Pensionen und Hotels der Umgebung sind zu einem Gutteil beim Bärentrail dabei und führen ihre Gäste auch gerne zum Startpunkt einer der Tagesetappen.

Die sind so vielseitig und voller Überraschungen wie die ganze Landschaft dieses äußersten Waldviertel-Winkels. In den felsdurchsetzten steilen Waldtälern, durch die sich der Kamp seinen Weg in Jahrmillionen durchgebrochen hat, glaubt man oft, in einem exotischen Urwald zu sein. Ein Eindruck, den der Blick des Experten an vielen Stellen bestätigt. Viele dieser Täler waren einfach immer zu unwegsam für die Forstwirtschaft. So stehen dort heute Fichten, Buchen oder Bergahorn, die mehrere Jahrhunderte alt sind: Manche dieser Bäume hängen so dramatisch über dem Fluss, dass man sich fragt, warum sie nicht schon damals hineingestürzt sind. Wer sich dann aus dem Wald auf die Lichtungen vorwagt, erlebt gerade im Frühsommer die Magerwiesen dieser Gegend in ihrer blühenden Vielfalt.

Urwaldflecken zum Entdecken

So klein diese versteckten Urwaldflecken sind, so groß sind die Kulturlandschaften des nördlichen Waldviertels. Nirgendwo sonst in Mitteleuropa wurde die Landschaft so stark terrassiert und in lange Streifen aufgeteilt. Diese oft schon im Mittelalter geschaffene Landschaft erinnert beim Wandern manchmal an die Toskana und manchmal an die Reisterrassen Indonesiens.

Die Top3 am Bärentrail:

Verkosten:  

Kulinarische Extravaganzen mit regionalem Charakter vom Haubenkoch, barenhof-kolm.at


Eintauchen:

Gartenliebhaber könnten  in der  Pension Huber aufs Wandern vergessen, gaestehaus-huber.at; ausruhen kann man auch in den stylischen Ferienwohnungen in Arbesbach an der Natur, urlaubsreich.at


Begegnen:

Der Bärenwald in Arbesbach ist sogar für Erwachsene sehr eindrücklich, baerenwald.at

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