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freizeit Mode & Beauty
02/25/2021

Welche Stil-Geheimnisse man sich von Audrey Hepburn abschauen kann

Neues Buch, neue Doku. An Stilikone Audrey Hepburn kann man sich nicht stattsehen. Ihre modischen Evergreens.

von Christina Michlits

Wer Audrey Hepburn für eine Rolle engagiert, der bucht damit auch Hubert de Givenchy: Großen Filmstudios der 1960er-Jahre war bekannt, wie hartnäckig die zierliche Schauspielerin sein konnte, wenn es um ihre Kostüme ging.

Der Hollywoodstar pochte nach dem großen Erfolg „Sabrina“ darauf, in allen weiteren Filmen ausschließlich von Schneider Givenchy ausgestattet zu werden.

Sie musste Givenchy überreden

Dass der damals schon weltbekannte Designer für die gebürtige Belgierin die Nähmaschinen heiß laufen ließ, bedurfte aber einiger Überredungskunst der 1955 noch nicht ganz so bekannten Aktrice, wie der Modemacher in einem seiner letzten Interviews 2017 zugab.

„Während eines Essens versuchte sie mich wieder und wieder davon zu überzeugen, ihre Kleider zu schneidern. Sie insistierte hartnäckig. Da realisierte ich plötzlich, dass sie eine ganz besondere Person war.“

Jahrelange Freundschaft

Was folgte, war die erste Kooperation zwischen einer Schauspielerin und einem Designer – aus der eine innige Freundschaft bis zu dem Tod von Hepburn im Jahr 1993 entstand.

Ihre enge Verbundenheit ist nun auch Inhalt eines neuen Kinderbuches: „Audrey & Hubert – Die Geschichte einer Freundschaft“. Auf Aquarell-Illustrationen, die an Modeentwürfe erinnern, wird die Biografie der beiden launig skizziert.

Unsicherheit überspielt

Beinahe zeitgleich wurde auch eine neue Dokumentation über das Ausnahmetalent veröffentlicht, das als ausgebildete Ballerina zufällig für den Film entdeckt wurde.

In „Audrey – More than an Icon“ (derzeit nur auf Amazon Prime UK, ab März auf Netflix US) zeigt Regisseurin Helena Coan allerdings nicht die perfekte Überfliegerin, sondern die unbedarfte Revuetänzerin, die durch ihre enorme Präsenz zum Weltstar aufstieg.

Androgyn statt kurvig wie Monroe

Statt narzisstischer Anwandlungen ob ihrer zahlreichen Fans, war sie zeitlebens unsicher was ihre Erscheinung angeht. Lieber wäre die androgyne Naturschönheit blond und kurvig wie Marilyn Monroe gewesen. Dabei hat gerade sie die tief dekolletierten Diven der damaligen Zeit mit ihrer frischen „Mädchen von nebenan“-Attitüde abgelöst – mit sportiven Outfits statt Glitzerkleidchen. Sie könnte es sogar schaffen, „dass Brüste aus der Mode kommen“, sagte ein faszinierter Billy Wilder nach dem Dreh von „Sabrina“.

Die großen Romanzen, die sie auf der Leinwand erlebte, gab es privat lange Zeit nicht. Zwei Ehen scheiterten, erst danach fand sie mit ihrer späten Liebe Robert Wolders zusammen.

Mode gibt ihr Sicherheit

Neben ihren Beziehungen, spricht Hepburn in den Film auf erstmals veröffentlichten Tonaufnahmen auch über Mode.

Gut geschnittene Kleidungsstücke geben ihr Selbstbewusstsein, gibt sie offen zu. „Hubert hat alles so simpel wie möglich gehalten. Aber es gab immer ein kleines Detail von ihm, dass das Ganze aufgelockert und spaßig gemacht hat.“

Mit ihrer Ausstrahlung auf der Leinwand, ihrem damals neuen Look für Frauen und nicht zuletzt durch ihren Modegeschmack wurde Audrey Hepburn zur unsterblichen Hollywoodikone, an der man sich bis heute offensichtlich nicht sattgesehen hat.

Schnörkellos. Ebenso wie Hepburn, deren Mutter eine Baroness ist, wurde Hubert de Givenchy in eine Adelsfamilie geboren. Als 10-Jähriger besuchte Hubert die Weltausstellung in Paris und war vom Modepavillon derart fasziniert, dass er Schneider werden wollte.

In Folge gründete er eines der exklusivsten Modehäuser in Frankreich – neben Balenciaga, Chanel und Dior.  Er  stand für schnörkellose Eleganz und Pariser Chic in seiner Reinform.

Etuikleider,  große Hüte und Entwürfe in der Farbe Schwarz wurden Givenchys Markenzeichen – nicht zuletzt durch Hepburns Filmkostüme in den 1960er-Jahren.

Über seinen Beruf sagte er: „In der Haute Couture arbeiten wir wie Schönheitschirurgen. Wir tilgen Unvollkommenheiten und verfeinern die Silhouette.“ 2018 starb der aristokratische Schneider im Alter von 91 Jahren.

Elegant. Kecke Kurzhaarfrisur, grazile Erscheinung,  reduzierte Garderobe – und damit genau das Gegenteil von Marilyn Monroe oder Liz Taylor, die mit Kurven, Diamanten und frivolen Auftritten in den 1950er-Jahren für Furore sorgten.  Für Audrey Hepburn scheint das Wort „Eleganz“ erfunden worden zu sein, schwärmten Modekritiker.

Ihrer aristokratischen Herkunft folgend, zeigte sich die Schauspielerin nicht allzu freizügig. Stattdessen wurden Rollkragenpulli, Capri-Hose, taillierte Schnitte und Ballerinas ihr Markenzeichen. Sie setzte neben  Givenchy auch auf Valentinos Entwürfe.

In „Frühstück bei Tiffany’s“ machte sie das kleine Schwarze legendär, auf das sie auch privat oft zurückgriff. Vor extravagant geschnittenen Kleidern scheute die Modekennerin aber auch  nicht zurück.

 

Statt High Heels bevorzugte Hepburn stets Ballerinas

Seidentuch als Hingucker: Hier von Gucci

Ganz klassisch: Tasche von Maison Heroine

Rollkragenpullis betonten ihre Ballerina-Figur

Gelbe Caprihose von Hallhuber

Taillierte Midiröcke hat sie gerne mit Wickelblusen kombiniert

Karriere
Hepburn wird  1929 in Belgien geboren. Durch die Hungersnot  während des Zweiten Weltkrieges erkrankt sie an Muskelschwund. Dennoch will   sie Ballerina werden  – und endet  zunächst als Revue-Girl. In einem Hotel wird sie für  den Broadway entdeckt.

Es folgt die Hauptrolle im Hollywoodfilm „Ein Herz und eine Krone“ – als völlig unbekannte 25-jährige  Schauspielerin. Beinahe alle weiteren Werke werden zu Klassikern der Filmgeschichte. 

Liebe
Mit Schauspieler Mel Ferrer  ist sie 14 Jahre verheiratet, mit Psychiater Andrea Dotti elf. Aus beiden Ehen stammt je ein Sohn. Ab den 1970er-Jahren will  Hepburn keine Filme mehr drehen, sie engagiert sich  lieber als UNICEF-Botschafterin.

Mit ihrer großen Liebe, dem niederländischen Schauspieler Robert Wolders, ist  sie ab 1980 zusammen. 1993 stirbt Audrey Hepburn an Darmkrebs.

 

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