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freizeit Mode & Beauty
05/06/2021

Welchen umstrittenen Trend Billie Eilish mit ihren Vogue-Fotos auslöst

Nach den Vogue-Bildern von Billie Eilish und der Biedermeier-Serie „Bridgerton“ sind Korsagen angesagt. Gesund sind sie nicht.

von Christina Michlits

Bis auf 45 Zentimeter soll sich Kaiserin Sissi ihre Taille zusammengeschnürt haben. Um nicht ständig in Ohnmacht zu fallen, trugen die korsetttragenden Damen bei Hofe damals ein Fläschchen Ammoniak bei sich, um durch das Riechsalz besser durchatmen zu können.

Die einengende Mode nahm den Frauen bis Anfang des 20. Jahrhunderts viel an körperlicher Freiheit. Durch den Rock waren sie im Gehen eingeschränkt, das geschnürte Mieder sorgte für eine spezielle Haltung und nicht selten für Verformungen und dem Verlust von Muskulatur.

Weil Ärzte ab dem 19. Jahrhundert immer öfter vor den Folgen von zu engen Korsetts warnten, wurden Mädchen zunächst nicht mehr allzu früh in Korsagen gesteckt.

Erst durch die Frauenbewegung allerdings und das sogenannte Boomer-Kostüm (tailliertes Oberteil, Rock bis zum Knie und weite Hose) wurde den einschnürenden Modestücken ab dem Jahr 1851 der Kampf angesagt. Bis heute gilt das Korsett als Inbegriff von weiblicher Unterdrückung.

Billie macht es vor

Umso erstaunlicher, dass es gerade jetzt wieder hip wird. Vor einigen Tagen zeigte sich das junge Goldkehlchen und Teenieidol Billie Eilish in hautfarbenen Gucci- und Alexander McQueen Miedern in der britischen Vogue. Fans trauten ihren Augen nicht. Eilish, die mit weiten T-Shirts und Baggy-Hosen bekannt wurde, räkelt sich nun eingequetscht und sexy auf Fotos. Sie bestand auf einen Korsagen-Look, auch wenn ihr das antifeministische Image darum bewusst ist, wie sie meint. Jeder solle machen, worauf er Lust hat – außerdem hasse sie ihren Bauch und ihr Körper sei ohnehin ihre größte Unsicherheit.

Seit Veröffentlichung der Fotos stieg die Online-Suche für Hüfthalter jedenfalls um satte 72 Prozent. Bei der Modesuchmaschine „Lyst“ mehrten sich zudem die Suchanfragen nach ähnlichen rosafarbenen Modellen um 42 Prozent.

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Gesundheitsschädlich

Dem Gegentrend zu XL-Kleidern und Jogginganzug entspricht auch der Hype um „Bridgerton“, der meistgesehenen Netflix-Produktion aller Zeiten. Seit die Serie, die in der Regency-Ära im frühen 19. Jahrhundert spielt, vor einigen Monaten erstmals ausgestrahlt wurde, schlägt sich das auch im Kaufverhalten der Zuseher nieder. Romantische Outfits in Form von Miedern, an der Brust abgenähte Empirekleider, Haarreifen und Feder- und Perlenschmuck sind seither deutlich stärker nachgefragt.

Allerdings gilt es auf Korsetts, so wie sie auch schon Kim Kardashian zur Figurmodellierung verwendet hat, laut Ärzten wie Dena Barsoum zu verzichten. Sie sollten nur in Ausnahmefällen getragen werden. Denn: „Sie haben gesundheitsschädliche Nebenwirkungen“, warnt die Ärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin im Interview mit Page Six. Sie komprimieren „nicht nur Muskeln und Haut, sondern auch den Darm, den Magen, die Leber, die Milz und die Nieren.“ Trägerinnen könnten infolge unter Verdauungsstörungen und Sodbrennen leiden – oder schlimmer noch: unter Rippenfrakturen und eingeklemmten Nerven.Christina Michlits

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