© Evan Agostini/Getty Images

Interview
02/13/2020

Helmut Lang: "Meine Stil-Codes sind bis heute kultig"

Helmut Lang ist Teil der ersten großen österreichischen Mode-Ausstellung „SHOW OFF. Austrian Fashion Design“. Im Interview spricht er über seinen Einfluss und die Konkurrenz.

von Brigitte R. Winkler

Wenn heute die Ausstellung "Show Off. Austrian Fashion Design" im Museum für angewandte Kunst in Wien (MAK) eröffnet wird, bilden die Modelle einer der prägendsten Ikonen der Modewelt gleichsam das Entrée: Helmut Lang. Dem KURIER gewährte der auf Long Island in New York lebende, seit 2006 freischaffende Künstler eines seiner raren Interviews.

KURIER: Modelle von Helmut Lang sind Teil der Ausstellung "Show Off" im MAK. Was denken Sie darüber?

Helmut Lang: Jede Anstrengung, österreichische Mode zu untersuchen, ist wichtig und lohnend. Es ist auch sehr smart, dass die Ausstellung im MAK ist, das auch andere wichtige Segmente von angewandter Kunst verwaltet. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen den verschiedenen Disziplinen.

Bitte erzählen Sie uns etwas über Ihre Modelle.

Ich bin dem Musée des Arts Décoratifs in Paris, wo über 100 komplette Laufsteg-Outfits von mir beherbergt sind, und dem Bath Museum in England für die Kooperation, diese Modelle dem MAK zu leihen, sehr dankbar. Und auch Cecilia Dean, die aus ihrem persönlichen Besitz ein Modell zur Verfügung gestellt hat. Die Museen beherbergen wichtige Looks, die wir 2010 weltweit ihren Modesammlungen gestiftet haben.

Dem MAK haben Sie ja Ihre Corporate Identity – von Werbung über wichtige textile Details, die Ihren Schöpfergeist ausmachen, bis zu Parfümflaschen – geschenkt, die man im MAK Design Lab bewundern kann. Wo findet man Ihre Sachen noch?

In 20 Museen, im Metropolitan Museum of Art in New York, im Victoria & Albert Museum in London, im Kyoto Costume Institute in Japan ...

Die Ausstellung umfasst 40 Jahre Mode in Österreich – was fällt Ihnen dazu ein?

Obwohl ein nicht unbeträchtlicher Teil meiner Modearbeit in Österreich vollendet wurde, ist das meiste doch in Paris und New York passiert. Leider kann ich wegen meiner mehr als 20-jährigen Abwesenheit von der österreichischen Modeszene nicht viel dazu sagen, was sie derzeit ausmacht und was sich seither geändert hat. Aber dennoch – ich bin ein Österreicher.

Sie haben in den 1990er-Jahren an der Universität für angewandte Kunst als Mode-Professor unterrichtet – was in der Ausstellung auch dokumentiert wird.

Meine Zeit an der Universität, in der ich all meine Energie verwendet habe, war eine außergewöhnlich positive Erfahrung. Ich bin auch ein wenig stolz, dass einige meiner Studentinnen und Studenten ihre eigene Stimme gefunden haben.

Wer zum Beispiel?

Auf jeden Fall Wendy & Jim, Desiree Heiss von Bless und Susanne Bisovsky, mit der ich ja gemeinsam am Material für den berühmten Latex-Dress von 1994 gearbeitet habe. Was sie machen, ist einzigartig, gemessen an internationalen Standards. Unvergessen auch meine Jahre mit Elisabeth Längle.

Sie gehören noch immer zu den einflussreichsten Modeschöpfern dieser Welt.

Ich kann zufrieden sein mit dem, was ich erreicht habe. Ich habe aber stets hart gearbeitet, um eine authentische Stimme zu haben. Sie hat die Zeit seit meinem Rückzug überdauert und neue Codes in die Mode eingeführt, die bis heute kultig sind.

Bekommen Sie mit, wenn Sie immer wieder auch von sehr bekannten Kollegen unübersehbar kopiert werden?

Natürlich. Die internationale Presse schreibt jede Saison darüber und auch durch Social Media werde ich ständig daran erinnert. Es gibt ja sogar eigene Social Media Accounts, die meiner Arbeit und ihrem Einfluss auf die aktuelle Modekultur gewidmet sind.

Ausstellung
“SHOW OFF. Austrian Fashion Design“ ist die erste umfassende Schau für österreichische Mode von den 1980er-Jahren bis heute. Mit rund 250 Modeobjekten von rund 60 Designern mit Fotografien und Magazinen

Team
Gast-Kuratorin Ulrike Tschabitzer-Handler inszenierte gemeinsam mit Gast-Co-Kurator Andreas Bergbaur und Brigitte R. Winkler als wissenschaftlicher Beraterin diese Fashion-Zeitreise in einem spektakulären Setting von Architekt Gregor Eichinger

Ort und Zeit
Die Ausstellung findet vom 14. Februar bis 12. Juli 2020 im MAK – Museum für angewandte Kunst,  Stubenring 5, 1010 Wien statt

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