© Oliver Rehbinder

freizeit Mode & Beauty
12/16/2020

Geschenke für Individualisten: Parfums aus österreichischer Hand

Immer mehr Kreative beweisen, dass man für außergewöhnliche Kreationen nicht in die Ferne schweifen muss.

von Maria Zelenko

Als Alexander Lauber 2009 sein erstes Parfum kreierte, beschritt nicht nur er Neuland – sondern mit ihm quasi ganz Österreich. Zu diesem Zeitpunkt gab es so gut wie keine heimischen Duftkompositionen, Parfümerie-Regale waren fast ausschließlich mit Flakons internationaler Unternehmen gefüllt.

Eine Tatsache, die den damals in der Werbebranche tätigen Wiener nicht mehr losließ: „Mich hat sehr interessiert, warum es in diesem Bereich in Österreich keine wirkliche Tradition gibt“, sagt Lauber im KURIER-Gespräch. So entstand unter dem Namen WienerBlut ein Passionsprojekt, vorläufig in sehr kleiner Auflage. „Aus Spaß an dem Thema, Originalrezepturen aus dem 19. Jahrhundert nachzubauen und zu schauen, was dabei herauskommt.“

Weltweit bekannt

Laubers Konzept schlug ein – und Österreich stand plötzlich auf der Liste von Parfumeinkäufern aus aller Welt: „Es war damals schon recht ungewöhnlich, dass unser Land in diesem Bereich von sich hören lässt. Das war wohl mit ein Grund, warum WienerBlut so gut ankam.“ Der weltweit bekannte Pariser Concept Store Colette listete schon bald Laubers Kreationen, heute ist seine Fangemeinde weltweit verstreut. Italien, USA und Japan gehören zu den wichtigsten Märkten. „Und seit Kurzem sind meine Düfte auch in Australien erhältlich, was mich besonders freut.“

Seit der Gründung seines Labels hat sich in der heimischen Parfumbranche viel getan: Weitere Autodidakten haben sich mit ihren Duftkonzepten verwirklicht. Die ehemalige Unternehmensberaterin Karin Singer lancierte vor einigen Jahren unter dem Namen Meckiie drei exklusive Kreationen, die Gin enthalten. Die in Wien ansässige Kultapotheke Saint Charles bietet Parfumöle aus eigenem Haus an. Spitzenkoch und Designer Sven Strasser erfüllte sich dieses Jahr einen Herzenswunsch und widmete der Liebe zu seinem Garten gleich eine komplette Parfumreihe.

Individualität zählt

Lauber, der seine Anfänge als sehr herausfordernd beschreibt, „weil mir keiner hierzulande hätte erklären können, wie man die Herstellung eines Parfums angeht“, lässt mittlerweile auch andere Gründer an seinem Wissen teilhaben.

So hat der Wiener kürzlich gemeinsam mit der renommierten Parfümeurin Natalie Feisthauer den niederösterreichischen Winzer Werner Hauser dabei unterstützt, den Duft der Rebblüte einzufangen.

Dass sich heimische Nischenparfums immer größerer Beliebtheit erfreuen, erklärt sich der WienerBlut-Gründer unter anderem durch das stetig wachsende Bedürfnis an Individualität. „Als ich gestartet habe, gab es noch kaum Nischenmarken. Mittlerweile existieren einige Micro Brands, die in diesen Bereich fallen – das ist eine spannende Entwicklung. Kunden interessieren sich zunehmend für die Geschichte hinter einem Duft und dessen Inhaltsstoffe“, weiß Alexander Lauber.

„Es wird nach eigenständigen Konzepten gefragt. Ich glaube, dass der Kunde, der sich nur mit einem schönen TV-Spot zufriedengibt, langsam ausstirbt.“

Österreichische Parfums im Überblick

WienerBlut

Alexander Laubers Label WienerBlut verdankt seinen Namen der 1873 in der Hauptstadt veranstalteten Weltausstellung. Seit 2009 widmet er sich der Neuinterpretation von Düften aus der Kaiserzeit. Sein Ziel: Die Formulierungen sollen flüstern, nicht schreien. Nicht nur bei den Inhaltsstoffen wird Wert auf höchste Qualität gelegt: Die Flakons werden in europäischen Manufakturen hergestellt und per Hand beklebt.

Meckiie

Nach dem Tod ihrer Mutter, die sie ermahnt hatte, Dinge nicht mehr aufzuschieben, sprang Karin Singer ins kalte Wasser: Sie mietete sich in ein Labor ein, um sich an verschiedensten Inhaltsstoffen auszuprobieren. Auch an jenen, die normalerweise nicht in Parfums zu finden sind. „Gin habe ich schon immer geliebt – und seinen  Duft. Ich fand es interessant mit Destillaten zu arbeiten“, sagt die ehemalige Unternehmensberaterin. Entstanden sind drei biozertifizierte, in Österreich hergestellte Düfte, die Parfumliebhaber auch anders verwenden können: Die Kreationen machen sich nicht nur auf der Haut gut, sondern auch als Finish im Cocktail.

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Saint Charles

Bereits in sechster Generation führt Alexander Ehrmann die Saint Charles Apotheke in der Wiener Gumpendorfer Straße. Er machte den Familienbetrieb nicht nur zu einer Destination für Gesundheitssuchende, sondern auch Fans von außergewöhnlichen Beautyprodukten. Sämtliche Erzeugnisse basieren auf den Lehren der Traditionellen Europäischen Medizin. So auch die Parfums der Kult-Apotheke: Die naturreinen Yoga-Öle duften nicht nur herrlich nach Rosenholz, Weihrauch oder Bergamotte, sondern wirken sich auch positiv auf das Gemüt aus. „Deep Roots“ soll ausgleichend und erdend wirken – und darf natürlich auch von Nicht-Yogis genossen werden. 

Sven Strasser

Den meisten ist Sven Strasser als autodidaktischer Spitzenkoch bekannt. Seit diesem Jahr lässt er erstmals im Bereich Parfum von sich hören. Die Duftreihe ist seinem Garten gewidmet, dessen Gerüche zu verschiedenen Uhrzeiten als Unisex-Parfums interpretiert wurden. So ist „22“ der  vom Tag aufgeheizten Natur und der noch etwas schwülen Luft vor Nachteinbruch gewidmet. Sämtliche Parfums produziert Strasser im heimatlichen Weinviertel. Das Motto „Handmade in Austria“ zieht sich durch das gesamte Produkt: Die Flakons sind aus Weinviertler Eiche gemacht, sämtliche Verpackungen und Etiketten werden ebenfalls hierzulande angefertigt.

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Geschein

Es ist ein ganz besonderer Moment, der Winzer Werner Hauser dazu inspirierte, in die Parfumwelt einzutauchen: Jedes Jahr im Frühling, und nur für wenige Stunden, durchdringt der kurzlebige Duft der Rebblüte die nächtliche Luft. Diesen einzufangen war bereits als Jugendlicher sein Traum. 2020 realisierte der Niederösterreicher diesen endlich: Die renommierte „Nase“ Natalie Feisthauer nahm sich der Aufgabe an, den wie sie sagt „einmaligen, aber sehr flüchtigen Duft“, der sowohl grün als auch rosig und fruchtig ist,  in ein Parfum zu verwandeln. Der Name ihrer Kreation war naheliegend: Der rispenartige Blütenstand der Weinrebe wird als „Geschein“ bezeichnet.

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