Das deutsche Team in Bikinihosen, wie sie vorgeschrieben sind.

© EPA/Elvira Urquijo A.

freizeit Leben, Liebe & Sex
07/21/2021

Sexismus-Debatte - weil Handballerinnen zu lange Höschen trugen

Den norwegischen Beachhandballerinnen droht Strafgeld, weil sie in Hosen statt Bikinis spielten. Es hagelt Kritik.

von Christina Michlits

Auf Twitter und anderen sozialen Medien geht es rund - wegen angeblich zu langer Hosen.

Die norwegische Frauen-Mannschaft im Beachhandball traute sich bei den Europameisterschaften kurze, enge Hose zu tragen - statt eines Bikinihöschens. Es war eine bewusste Protestaktion bei der Europameisterschaft in Bulgarien gegen die herrschenden Kleidervorschriften in diesem Sport.

Die Europäischen Handball-Föderation sieht in den kurzen Hosen tatsächlich einen "Fall unangemessener Bekleidung". Den norwegischen Handballerinnen droht nun eine Strafe bis zu 1.500 Euro vom Dachverband. In den sozialen Medien herrscht Unverständnis. Es hagelt viel Kritik hinsichtlich sexistischer Regeln in dem eher unbekannten Sport.

 

Männer dürfen übrigens in Shorts spielen, die "mindestens zehn Zentimeter" über dem Knie enden. Die Norwegerinnen hatten schon im Vorfeld gebeten, in Hosen statt in Bikinihöschen antreten zu dürfen. Die Bitte wurde vom Verband abglehnt. Sogar eine Disqualifizierung stand im Raum. Nach den ersten Spielen, entschieden sich die Norwegerinnen dann im Spiel um Platz drei und vier spontan doch Hosen zu tragen.

Die Strafandrohung lässt eine Debatte um Seximus im Sport neu entflammenn.

Beachvolleyball: Plötzlich mehr Stoff in Katar

Auch im Beachvolleyball gab es Richtlinien bezüglich Bikinis, die jedoch 2012 aufgehoben wurden. Shorts sind nun auch bei Frauen erlaubt.

Bei der World Tour in Katar wurden die langen Hosen heuer aber plötzlich zur Pflicht. In ärmellosen Shirts und knielangen Hosen sollten Frauen im streng muslimischen Land spielen statt im Sport-Bikini. Das wollten sich aber einige Spielerinnen nicht vorschreiben lassen. Das deutsche Team Karla Borger und Julia Sude sagte ihre Teilnahme aus Protest ab.

Erst danach ruderte der Weltverbandes FIVB zurück und stellte den Spielern in Katar frei, was sie beim Turnier tragen.

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