Huawei aus China bringt Kindern auf Youtube die Welt von Technik und Internet näher – Politiker fürchten Einflussnahme.

© Wavebreakmedia/istockphoto

freizeit Leben, Liebe & Sex
10/06/2020

Unterricht: Dänisches Kinderfernsehen wird zum Politikum

Eine Sendung auf Youtube vom chinesischen Konzern Huawei sorgt für Kontroversen.

von Jens Mattern

Es ist der Technologiekonzern Huawei, der den jüngsten Dänen seit Montag beibringt, was sich hinter den Begriffen 5G, Bluetooth, Künstliche Intelligenz oder Cloudtechnologie verbirgt. Dabei verbirgt sich – so glauben bürgerliche Politiker – eine Einflussnahme auf das Denken des Nachwuchs.

„Es ist de facto der chinesische Staat, der das Kinderfernsehen für Dänen über Huawei betreibt“, so Michael Aastrup Jensen, Sprecher für Außenpolitik der vormaligen Regierungspartei Venster. Die Partei ist besorgt, da das Material im Unterricht verwendet werden soll, und versucht Einfluss auf die sozialdemokratische Minderheitsregierung zu üben. Bildungsministerin Pernille Rosenkrantz-Theil will die Entscheidung den Schulen überlassen. Diese wüssten am besten, wie sie die Schüler „vorbereiten, in einer Gesellschaft mit Freiheit und Demokratie zu leben und wie sie deren Diskussionsfähigkeit unterstützen“.

„Tech mit Tommy“

Doch wie weit kann China, ein Land, in dem Menschenrechte nicht gerade groß geschrieben werden, in einem westlichen Land mitmischen? In Dänemark haben Kinderrechte eine zentrale Bedeutung. Eine Nischenangelegenheit wird die Sendung „Tech mit Tommy“ keineswegs. Denn Moderator und Programm-Verantwortlicher ist der bei den Kleinen populäre Tommy Zwicky, den sie bereits als Leiter der ersten Nachrichtensendung für Kinder im öffentlich-rechtlichen TV-Sender DR kennen. Seit Juni ist er stellvertretender PR-Chef von Huawei in Dänemark.

Tommy Zwicky verteidigt die Sendung als unpolitisch: „Dies ist ein dänisches Projekt, das ich mir ausgedacht habe“, erklärte er im Sender DR. Stine Liv Johansen, Vorsitzende des Dänischen Medienrates für Kinder und Jugendliche, betont, dass es mit den Kindern eine kritische Auseinandersetzung geben müsse. jens Mattern

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