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11/08/2021

Tiercoach: Wie Hunde vor dem gefährlichen Staupevirus geschützt werden

Die Krankheit ist höchst ansteckend, sie kann nicht geheilt werden. Nur Impfen verhindert die Infektion.

von Hedwig Derka

Impfzwang gibt es keinen, eine dringende Empfehlung, Haustiere vor dem gefährlichen Virus zu schützen, sehr wohl. „Es sollte für jeden Halter eine Herzensangelegenheit sein, seinen Liebling vor dem CDV – Canine Distemper Virus, auch Staupe genannt, zu bewahren“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Die Leiden, die der hochansteckende Erreger auslöst, lassen sich nicht heilen. Bei Hunden ist CDV neben Tollwut die schwerste Viruserkrankung.

Impfmüdigkeit ermöglicht Ausbreitung

Seit Jahrhunderten ist Staupe bei Hunden bekannt, auch Katzen können betroffen sein. Als in den 1960er-Jahren eine Impfung auf den Markt kam, dämmte sie die Verbreitung schnell ein. Doch schon zwanzig Jahre später stieg die Zahl der Patienten wieder. Der KURIER-Tiercoach erklärt, welche Ursachen dafür verantwortlich sind und was den Vierbeinern hilft.

Übertragung durch Kontakt und Ausscheidungen

„Das Staupevirus ist mit dem Masernvirus vergleichbar. Übertragung zwischen Tier und Mensch gibt es aber nicht“, sagt Reitl. Die Ansteckung passiert meist im direkten Haustier-Wildtier-Kontakt. Von Fuchs, Marder und Dachs geht die größte Gefahr aus. In Kadavern bzw. in Ausscheidungen kranker Tiere bleiben die Viren je nach Witterung ein paar Tage aktiv.

Schwere Symptome innerhalb von drei bis sieben Tagen

„Neben Wildtieren erfolgt die Ansteckung durch nicht oder ungenügend immunisierte Haustiere. Es handelt sich meist um Importe aus dem Osten oder dem Süden“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Vor allem Welpen zwischen drei und sechs Monaten macht die Tröpfcheninfektion zu schaffen. Erkrankte Tiere entwickeln innerhalb von drei bis sieben Tagen Symptome. Die Vierbeiner bekommen Fieber, werden apathisch, Nase und Augen beginnen zu rinnen, es kommt zu Atembeschwerden, mitunter zu Durchfall und Erbrechen.

Rasche Diagnose, schwere Behandlung

„Bei Staupe-verdächtigen Tieren reicht zur Diagnose ein Rachen- oder Bindehautabstrich, eine Blutuntersuchung ist gar nicht notwendig“, sagt der Zoodoc. Bricht die Krankheit aus, können nur die Symptome behandelt und das Immunsystem gestärkt werden. Meist verläuft die Krankheit schwer, selbst bei kontinuierlicher Therapie können u.a. Zahnprobleme und Nervenschäden bleiben. Je nach Verlaufsform endet Staupe oft tödlich.

Drei Stiche zur Grundimmunisierung

„Prinzipiell gilt die Impfung als sehr wirkungsvoll und sicher“, sagt Reitl. Drei Stiche sind für eine Grundimmunisierung notwendig, sie sind routinemäßig für die 8., 12. und 16. Lebenswoche vorgesehen. Welpen bekommen zunächst noch über die Mutter Antikörper mit, diese können die erste Impfung unter Umständen wirkungslos machen. Umso wichtiger sind die beiden Folgetermine. Später reicht die Auffrischung alle drei Jahre. „Extrem selten kommt es zu Impfdurchbrüchen“, sagt der KURIER-Tiercoach: „Das kann aber kein Grund sein, auf die Impfung zu verzichten.“

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen  zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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