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freizeit Leben, Liebe & Sex
09/13/2020

Starfotograf Greg Gorman: "Billard mit David Bowie"

Über die Jahre wurden Starfotograf Greg Gorman und viele prominente Porträtierte Freunde. Alte Kumpels hat es dagegen verwirrt, wenn Kim Basinger plötzlich an der Tür klingelte.

von Alexander Kern

Greg Gorman sitzt in seinem Haus in den Hollywood Hills und träumt von Grünem Veltliner. Der 71-jährige Fotograf liebt Österreich und Wein, bis vor Kurzem war er Nebenerwerbsproduzent. Im Interview gestattet er eine Nahaufnahme auf sein bildgewaltiges Werk und die schillernden Persönlichkeiten, die er vor der Kamera hatte.

freizeit: Mr. Gorman, Sie hatten viele Legenden der Popkultur vor der Kamera. Wurden einige davon auch Freunde?

Greg Gorman: Wir kennen das doch: Die Leute, mit denen wir arbeiten, werden mit der Zeit zu Freunden. Bei mir waren das nun mal Leute aus dem Filmgeschäft. Schräg wurde es nur, wenn Leute außerhalb dieses Kosmos mich besuchten. Immerhin war es keine Seltenheit, dass eine Handvoll Celebrities in meinem Wohnzimmer abhing, und wenn es an der Tür klingelte, stand da Kim Basinger. Für meine anderen Freunde war das surreal, vor allem wenn sie aus dem Mittleren Westen kamen. Aber das war nun mal mein täglich Brot.

Sie haben oft mit David Bowie gearbeitet. Haben Sie auch seine Musik diskutiert?

Nicht so sehr Musik, aber wir sprachen viel über Kunst und Malerei, denn er liebte es, zu malen. Davon abgesehen haben wir uns eine gute Zeit gemacht, gingen Abendessen oder spielten Poolbillard. Er wollte David Bowie hinter sich lassen, und ich Greg Gorman. Wir haben mehr als zehn Jahre lang miteinander gearbeitet, ich habe viele seiner Album-Cover fotografiert. Es waren damals die besten Jahre seines Lebens.

Gibt es eine Berühmtheit aus Österreich, die Sie gerne fotografieren würden?

Fällt mir gerade keine ein. Doch, Arnold! Ihn hatte ich schon hundert Male vor der Kamera, habe mit ihm auch sein Geburtshaus besucht. Es tut mir leid für alle Schwierigkeiten, die er hatte, ich mag ihn sehr. Er ist ein bisschen rechtslastig, was die politische Einstellung angeht, aber ein guter Kerl. Als er Gouverneur von Kalifornien war, hat er mich als Fotograf engagiert. Damals trat er gegen das Recht Homosexueller zu heiraten ein. Ich zog ihn auf und stellte ihn vor allen zur Rede. Ich sagte, Arnold, ich kann das nicht glauben, einige deiner besten Freunde sind schwul! Ich bin selbst homosexuell, nahm mir kein Blatt vor den Mund.

Laut dem fotoscheuen Elton John sind Sie imstande, dass sich der Porträtierte vor Ihrer Kamera völlig entspannt.

Ich könnte jetzt einen blöden Witz reißen und antworten: Da helfen die Drogen und der Alkohol, aber das stimmt nicht. Ich versuche, schon vor dem Shooting so viel Zeit wie möglich mit den Stars zu verbringen. Die Verbindung ihrer Vision mit meiner ermöglicht ein tolles Foto. Ich weiß, was ich tue, kann es erklären und lasse sie gut dabei aussehen. Das lässt sie entspannen. Viele Fotografen sind hingegen unsicher.

Wen hätten Sie gerne fotografiert, aber es hat nie geklappt?

Brigitte Bardot. Als Kind habe ich ihre Filme geliebt. Ich würde sie auch heute noch gerne fotografieren. Ich respektiere sie dafür, dass sie sich nicht mithilfe der plastischen Chirurgie in ein Wunder der modernen Wissenschaft verwandelt hat.

Wie denken Sie über Ruhm?

Sind berühmte Menschen glücklicher?Die Leute wären überrascht, wie viele der Comedians etwa nicht notwendigerweise glückliche Menschen sind – oder lustig, im echten Leben. Viele der Prominenten sind nicht so, wie wir sie von der Kinoleinwand kennen. Ihr Charakter ist anders, als wir ihn erwarten. Aber grundsätzlich geht es den Celebrities wie uns allen: manche sind glücklich – und andere nicht so sehr.

 

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