© Uwe Mauch

Reportage
06/23/2021

So haben die Konsumentenschützer Fahrradhelme getestet

Der KURIER begleitete die VKi-Tester auf einer Radtour, die nicht zuletzt mit Schreibarbeit verbunden war.

von Uwe Mauch

Und wie oft warst du schon bei den Testfahrten dabei? Gerhard Schüler rechnet kurz, dann sagt der in der Zwischenzeit pensionierte Eisenbahner aus dem Bezirk Wiener Neustadt: „Frag’ mich lieber, wie oft ich nicht dabei war?“ Tatsächlich ist Schüler nur bei einem Fahrradtest des VKI ausgefallen. Bei allen anderen 29 Test-Rallyes war er dabei. Er war auf Mallorca ebenso im Einsatz wie auf den Kanarischen Inseln oder so wie heuer in der Südsteiermark.

Nur einer war öfter mit: Organisator Franz Wallner, der auch mit weißem Bart und lädiertem Meniskus die Pedale noch fest zu treten vermag. Wallner hat alle Fahrradtests geleitet und in den drei Jahrzehnten zu einem viel konsumierten Angebot seines Arbeitgebers aufgebaut. In der riesig gewordenen Szene der Rad fahrenden Konsumenten gilt dieser VKI-Test längst als ein verlässlicher Gradmesser.

Was sich auch bei diesem Helm-Test schnell zeigt: Das Team Wallner – bestehend aus Routiniers und jungen Top-Athleten – kann so richtig in der Botanik herumgurken. Geht auch gar nicht anders: Erst wenn ein Helm mehrere Stunden auf dem Kopf sitzt, lässt sich verlässlich feststelleen, ob er denn annähernd jene Eigenschaften erfüllen kann, die von den Marketingleuten der Firmen bzw. von den Händlern versprochen werden.

Unterwegs wird öfters mal über verstellbare Visiere oder scheuernde Riemen debattiert. Wer an einen netten Radurlaub in der südlichen Steiermark denkt, der wird schon zu Mittag des ersten Tages merken: Einkehren und etwas Feines essen und trinken ist Teil der Routine, aber zuerst muss der ziemlich umfangreiche Fragebogen bewältigt werden.

Für das Protokoll

Dank ihrer Erfahrung als langjährige Radfahrer haben die sechs Tester schnell ihre Antworten parat. In diesem Jahr waren es Fragen wie diese: „Wie lässt sich der Helm adaptieren?“ Oder: „Wie trägt sich der Helm bei längeren Ausfahrten?“

Fast immer decken sich die Erfahrungen der Praxis-Tester mit den Laborergebnissen der Stiftung Warentest oder des deutschen Touringclubs ADAC. Gehen da und dort einmal Urteile diametral auseinander, wird ein Helm noch einmal getestet, um dann in der Runde noch einmal offen zu diskutieren.

Gerhard Schüler mochte diese Testerei noch als Berufstätiger: „Ich musste mir dafür immer Urlaub nehmen, und das für Kost und Logis, aber ein viel besseres Teambuildung gab es nie.“

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