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freizeit Leben, Liebe & Sex
02/18/2021

Postkoitaler Look: So verändert ein Orgasmus das Aussehen

Beim Höhepunkt scheint die Zeit stillzustehen, es ist als löse man sich auf. Das macht was – mit dem Körper, der Psyche und dem Gesicht.

von Gabriele Kuhn

Ein bisserl derangiert solle man auf Fotos aussehen, um flotter zu wirken, riet mir eine Bildkünstlerin vor langer Zeitl. Und legte nach: Onduliert und frisiert sei von gestern, stattdessen müsse man als Gesamtkunstwerk „wie frisch aus dem Bett, besser aber wie unmittelbar nach dem Sex ausschauen“.

Das klingt logisch und schön entkrampft. Allerdings existieren dazu keine Vorgaben, mangels Bild-Atlas mit dem Titel „Postkoitaler Look auf einen Blick“. Kein Werk also, in dem Interessierte und Ambitionierte blättern können, um was Passendes zu finden. Dazu kommt, dass jede Frau nach dem Akt anders aussieht, was auch abhängig davon ist, wie der Sex war. Mitunter erheben sich Menschen aus der Horizontale genauso wie sie sich 30 Minuten vorher flachgelegt haben: aufgeräumt und adrett. 1.000 Mal berührt, 1.000 Mal ist nix passiert. Auch nicht mit der Frisur. Das Gegenteil dazu wäre die Beinahe-Dematerialisierung, das Gefühl und die Optik kompletter Auflösung. Nach einem wirklich guten Orgasmus bleibt idealerweise kein Stein auf dem anderen, sinnbildlich gemeint. Das inkludiert Kratzer genauso wie rote Flecken oder eben eine komplett derangierte Frisur, außer man ist bekennende Kurzhaar-Trägerin oder hat sehr viel Spray im Haar. Und dann das Rote: „Sex-Flush“ heißt’s, wenn die Haut nach dem Höhepunkt so ausschaut, als hätte man eine akute Ringelrötel-Attacke. Ein Phänomen, das vor allem bei Frauen auftritt, die Röte findet sich im Gesicht, am Hals und rund um die Brust, in seltenen Fällen auf Bauch oder Popsch. Der Fleckerlteppich entsteht durch die starke Durchblutung und die Erweiterung der Blutgefäße aufgrund von Erregung knapp vor und beim Orgasmus – es geht schlicht um Abkühlung. Männer, die hier mitlesen: Bitte nicht beim nächsten Vögeln den Partnerinnen-Flecken-Check machen und womöglich enttäuscht sein. Auch ohne Sex-Flush kann’s gut gewesen sein.

Lächeln, Leere, Zufriedenheit

Was außerdem am Gesamtausdruck des Gesichts abzulesen ist: dieses Lächeln, diese Leere, diese Zufriedenheit. Nach dem Kommen schauen wir für kurze Momente so aus, als gäbe es keine Einkaufslisten, keine vollen Windeln, kein Bügeleisen, das nach Hemden krächzt. Und niemanden, der was – jetzt, sofort – von uns will. Die Welt scheint still zu stehen – und genauso wirkt auch der Gesichtsausdruck. „Orgasmen bringen Frauen zum Lächeln“, sagte dazu der Fotograf Marcos Alberti, der die Reise zum Orgasmus und die kurze Zeit danach vor Jahren in einem fotografischen Projekt („The O-Project“) festgehalten hatte. „Eine Frau, die nach dem Orgasmus in die Kamera lächelt, ist das, was Menschen sehen wollen. Denn alles, was es braucht, ist von Zeit zu Zeit ein Lächeln“, meinte er in einem Gespräch. Darin liegt jede Menge Charme – und Kraft.

Wohl deshalb kursiert im Netz eine viel zitierte Uralt-Studie des Mediziners David Weeks. Der belegte wissenschaftlich, dass Frauen, die mindestens drei Mal pro Woche einen Orgasmus haben, im Schnitt etwa zehn Jahre jünger aussehen. Also: ans Werk! Abgesehen von der Optik spielt die Akustik eine erhebliche Rolle, was ich an dieser Stelle schon einmal ausführlich erzählt habe. Da berichtete ich von Frank Wildman, einem Feldenkrais-Therapeuten, der sich Gedanken zur post-koitalen Stimme gemacht hat – die sogenannte Wedding-Night-Voice. Diese würde verhaucht und rau klingen und höre man vor allem nach dem Orgasmus. Hübsches Accessoire, das in Kombination mit einem luftig-lässig-derangierten Foto-Look vor allem in Selfie-Videos interessant wirken könnte. Diese Art Stimme – leise, heiser, sehr erotisch – kann man lernen.

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