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freizeit Leben, Liebe & Sex
04/24/2021

Spielzeug in rosa oder blau: Mit Köpfchen gegen alte Rollenbilder

Für Mädchen oder für Buben? Wie Eltern und Kinder die Spielzeugindustrie austricksen

Die Mütter sind mit dem Kinderwagen unterwegs, Mädchen reiten auf Ponys oder sind wunderschöne Feen. In der Welt der Plastikspielfiguren dürfen anscheinend nur die Männer Polizisten und Piraten sein.

Ein Supermarkt verschenkt im Rahmen einer Treueaktion derzeit Playmobil-Figuren – und so manche Kundin irritiert, dass das Angebot tradierten Rollenbildern treu ist. Die Boxen seien sogar pink und blau markiert, kritisieren sie. Um nicht in die Marketingfalle zu tappen, tricksen manche Eltern bewusst die Spielzeugindustrie aus: „Ich nehme die Figuren aus den Boxen heraus und mische sie zusammen“, wehrt sich eine Mutter gegen das traditionelle Bild auf der Packung.

Conny A. geht einen Schritt weiter: „Ich gebe dem Axtritter eine wallende Mähne und dann ist es eine Axtritterin.“

Geschlechter-Marketing

So soll der starre Blick auf Geschlechterrollen und Stereotype durchbrochen werden: „Meine Tochter hat bei allen ihren Figuren die Haare heruntergenommen und sie je nach Belieben und Geschichte aufgesetzt. Für sie war eine Polizistin ganz normal“, erzählt Sarah E.

Geschlechter-Marketing sorgt regelmäßig für Ärger: Überraschungseier in pink und blau, Bücher für Buben oder Mädchen, sowie knappe Shorts statt bequemer Hosen für Mädchen. Der Gegenwind hat dazu geführt, dass es Barbie in Berufen wie Ärztin, Wissenschafterin und Pilotin gibt und bei Playmobil mehr als nur die Surferin aus der Gratis-Aktion.

Aber geschlechtssensible Erziehung ist nicht einfach, weiß Autorin Bettina Baláka. Sie warnt davor, Mädchen Autos und Buben Puppen aufzuzwingen und erinnert sich an ihren eigenen, erbitterten Kampf um eine Barbie. Wichtig sei, Kindern ein gutes Rollenvorbild zu sein.

In ihrer Geschichte „Mädchentag“ für das Stadt-Wien-Gratisbuch griff sie Erziehung aus Teenager-Sicht auf: „Meine Tochter hat sich aufgeregt, dass die Mädchen in technische Berufe hineinschnuppern sollen, aber die Burschen nicht in Sozialberufe. Das sei äußerst diskriminierend.“

Sehen Sie hier das ganze Interview mit Autorin Bettina Baláka:

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