© Kurier/Juerg Christandl

Vorbilder
03/07/2021

Mirna Jukić und Wietske van Tongeren finden Lernhäuser grandios

Die Schwimmerin und der Musicalstar über ihre Schullaufbahn und warum sie sich für andere einsetzen.

Beide sind Mütter von zwei kleinen Kindern. Beide sind in ihrem Bereich äußerst erfolgreich: Mirna Jukić-Berger schwamm einst an der Weltspitze mit. Wietske van Tongeren spielt als Musicaldarstellerin nicht nur auf Wiener Bühnen Rollen wie Elisabeth oder Rebecca.

Wer selbst Kinder hat, dem tut es oft besonders weh, mitansehen zu müssen, dass manche Buben und Mädchen nicht gerade die besten Startchancen haben: „Ich halte das manchmal gar nicht aus“, sagt van Tongeren traurig. „Klar, dass man da helfen will.“ Deshalb unterstützen sie und Jukić-Berger die KURIER-Lernhäuser (siehe Infokasten unten). Die Schwimmerin war schon 2011, als das erste Haus in Wien eröffnet wurde, dabei: „Da war ich ja selbst noch ein Kind“, scherzt die heute 34-Jährige. Nachsatz: „So richtig erwachsen ist man ja erst, wenn man selber Kinder hat.“

Harte Arbeit

Auch wenn beide heute in ihren Metiers Stars sind: Der Weg nach oben war harte Arbeit: „Als ich sieben Jahre alt war, habe ich mit dem Training begonnen“, erinnert sie sich. Ihre Eltern haben auch viel Wert darauf gelegt, dass ihre Kinder Sport machen: „Werfen, laufen, fangen. Eben alles, damit wir keine Bewegungsmuffel werden“, scherzt sie.

Mit Leidenschaft zum Erfolg

Den Erfolg habe niemand planen können: „Das Schwimmen war meine Leidenschaft, etwas, das mir neben der Schule Spaß gemacht hat.“ Doch das allein reicht nicht: „Uns Sportlern wird ja immer nachgesagt, wir hätten einfach Talent. Das stimmt sicher, aber 90 Prozent des Erfolgs ist harte Arbeit. Das wollen viele nicht sehen“, sagt die Sportlerin. Eine Botschaft, die sie auch Lernhaus-Kindern weitergeben will: „Ohne Anstrengung geht es nicht.“

Auch Musicaldarstellerin van Tongeren ist der Erfolg nicht in den Schoß gefallen: „Ich saß im Konservatorium bereits um sieben Uhr am Klavier und war eine der Letzten, die die Tür am Abend zugemacht hat. Die Musik war meine Leidenschaft, aber ich habe auch meine Seele hineingelegt.“ Ihr war von Anfang an klar, dass der Künstlerberuf sehr unsicher ist, und hat deshalb alles gelernt, was sie lernen durfte.

Ohne Anstrengung geht es nicht

Trotz aller Leidenschaft für den Sport und die Kunst: Die Schule war beiden Frauen wichtig: „Ich war immer eine Streberin, ich habe sogar meinen Abschluss in Deutsch gemacht, obwohl das eines meiner schlechtesten Fächer war. Damals wusste ich noch nicht, dass eines Tages Österreich meine zweite Heimat werden würde“, erzählt die gebürtige Niederländerin van Tongeren, die seit 2004 in Wien lebt.

Jukić-Berger wurde von zu Hause immer beigebracht, dass Bildung wichtig ist: „Dass ich die Schule wegen des Trainings sausen lasse, hätten meine Eltern nie erlaubt“, erinnert sie sich: „Deshalb habe ich in der Schule aufgepasst, damit ich zu Hause nicht mehr viel machen musste. Meine Hausübungen habe ich immer so schnell wie möglich erledigt.“ Das heißt jetzt aber nicht, dass die Schule nur eine lästige Pflicht war: „Ich bin gerne in die Schule gegangen. Es hätte ja auch sein können, dass es mit dem Profisport nichts wird. Da habe ich eine Alternative gebraucht. Zudem ist man für den Sport irgendwann zu alt oder zu müde. Dann braucht man eine Alternative.“ Auch deshalb hat sie studiert.

Ort des Miteinanders

Für die Musikerin Wietske van Tongeren war die Schule noch viel mehr als nur der Ort, an dem sie Biologie, Deutsch oder Mathe gelernt hat. Die Schule hat ihr in einer Zeit Halt gegeben, als das Leben etwas aus der Bahn geraten schien: „In den Niederlanden wechselt man mit zwölf Jahren die Schule. Als ich so alt war, haben sich meine Eltern scheiden lassen. Die Schule hat mir jeden Tag eine Atempause verschafft von all den familiären Problemen“, erinnert sie sich.

„Schule ist nicht nur Lernen – das soziale Miteinander ist genauso wichtig“, meint sie heute. Nicht umsonst seien die schönsten Schulerinnerungen keine Mathe-Tests, sondern gemeinsame Erlebnisse mit Mitschülern.

Selbstwert steigern

Eines hat sie in dieser familiären und nicht einfachen Zeit gelernt: „Ich kann nicht alles im Leben kontrollieren – aber wenn ich mich anstrenge, erreiche ich etwas. Das hat meinen Selbstwert gesteigert.“ Eine Erfahrung, die sie auch anderen Kindern wünscht: „Weil ich weiß, dass manche dabei Hilfe brauchen, unterstütze ich das Lernhaus. Hier bekommen sie diese Hilfe.“ Schließlich habe jedes Kind das Recht auf Bildung.

 

Das KURIER-Lernhaus bietet Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 15 Jahren seit zehn Jahren kostenlose Lernhilfe. An neun Standorten in Wien, Niederösterreich und Tirol werden jedes Jahr rund 200 Kinder betreut. Betrieben werden die Lernhäuser vom Projektpartner Österreichisches Rotes Kreuz.

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