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01/01/2021

Mentaltraining: Wie Neujahrsvorsätze endlich eingehalten werden

Egal, ob mehr Bewegung, weniger Kilos oder ein neues Lebensgefühl: Veränderung beginnt immer im Kopf.

von Ingrid Teufl

Zwei bis drei Monate, in guten Fällen ein halbes Jahr: So lange werden Neujahrsvorsätze im Schnitt durchgehalten, zeigen Studien. Die Gründe dafür kennen die meisten von uns: Zu hohe Ziele, zu wenig durchdachte Konzepte, zu viel Alltagsprobleme, ein zu lauter innerer Schweinehund. Egal, ob abnehmen, mehr Sport oder Stressabbau die Themen sind, die man im neuen Jahr endlich umsetzen will: Viele erkennen mentale Arbeit mittlerweile als Schlüssel zum Erfolg, um ihr inneres „Mindset“, die innere Haltung, zu aktivieren.

Es zahlt sich aus, vor einem – vielleicht sogar übermotivierten – Start zuerst einmal Hirnschmalz zu investieren, seine Ziele zu definieren, sagt Heidi Haberl-Glantschnig. „Es ist ein unglaublich mächtiges Instrument, sich gerade um Neujahr mit der Ausrichtung seines inneren Kompasses zu beschäftigen.“ Die 30-fache österreichische Staatsmeisterin im Rudern und heutige Mentaltrainerin im Sport- und Businessbereich arbeitet in ihrem neuen Online-Programm www.mybestme.at vor allem mit positiven Zielsetzungen. „Es geht darum, sich in allen Details zu visualisieren, als ob man sein Ziel bereits erreicht hat.“

Unterbewusstsein für die Veränderung nutzen

„Was willst du?“ Das ist eine der ersten Fragen, die Evie Sullivan ihren Klienten stellt. „So formulieren wir das genaue Ziel und erarbeiten gemeinsam den Vorsatz, um den es gehen soll“, erklärt die gebürtige Wienerin, die zum Großteil in Los Angelos lebt, die Hypnotherapie. Ihre Klienten betreut sie im Lockdown mittels Videokonferenzen  (www.eviesullivan.com) – auch via Bildschirm lasse sich ein tiefer Trance-Zustand erzeugen.

Die positiven Erfahrungen der Hypnotherapie erlebte Sullivan selbst – sie bekam damit ihre chronischen Schmerzen nach einem schweren Autounfall in den Griff und braucht heute keine Medikamente mehr.  Gute Erfolge zeigt Hypnotherapie unter anderem bei der Raucherentwöhnung oder beim Abnehmen. „Aber auch bei anderen Belangen wie mehr Selbstvertrauen oder ein besseres Verhältnis zu Geld können sich bald Lösungen einstellen.“ 

Entgegen  vieler Mythen ist der Hypnotisierte immer in Kontrolle: „Ich bin nur der Reiseleiter. Ich verwende in der Hypnose die exakt gleichen Worte des Klienten. Dadurch werden die Vorsätze tief im Inneren verankert, das Unterbewusstsein ist auf die Veränderung konditioniert und unterstützt das neue Verhalten.“

Den inneren Tyrannen erkennen

Warum ist es eigentlich so schwer, ein gesetztes Ziel, einen Vorsatz zu erreichen, an dem uns  etwas liegt? „Es fällt den Menschen oft schwer, etwas Altes loszulassen, weil wir uns im Gewohnten wenigstens sicher fühlen, wenn schon nicht glücklich“, sagen Pamela Obermaier und Dominik  Borde. In ihrem neuen Buch „Mein innerer Tyrann“ (Goldegg-Verlag, 19,95 €) entlarven die beiden alte – falsche – Glaubenssätze, die den eigenen Zielen und dem Glück im Wege stehen.

Was die beiden den „inneren Tyrann“ nennen, ist etwas anderes als der bekannte „innere Schweinehund“: „Der innere Tyrann ist platt gesagt unser Ego. Jener Teil in uns, der selten zufrieden ist und immer mehr will: Mehr Sicherheit, mehr Abwechslung, mehr Bedeutung.“

Dahinter steckt vor allem eine gute Nachricht. „Limitierungen und Ängste existieren nur in unseren Köpfen und werden uns vom Tyrannen eingeflüstert.“  Der Weg zur Auflösung führt laut Obermaier und Borde über das bewusste Erkennen der jeweiligen Muster. „Dann wird man sich schneller dabei ertappen, wenn man sich selbst in einer Sache torpediert.“

Das Gefühl, es bereits geschafft zu haben

Sich regelmäßig in allen Details ausmalen, wie man sich im Moment der größten Freude, des Erreichen des gesteckten Ziels fühlt: Das ist eine Sprache, die das Gehirn besser versteht, als sämtliche Appelle im Sinne von „Ich muss!“ oder „Ich sollte“. Daher arbeitet die Wiener Gesundheits- und Mental-Trainerin Beatrice Drach-Schauer  sehr gerne mit Visualisierungen, um ihre Klienten (seit der Pandemie auch virtuell) zu motivieren (www.beatrice-drach.com).  Sie beschreibt es „als eine Art des Programmierens.  Das Gehirn tue sich mit Bildern leichter“. Dadurch speichere man bereits ein gutes Gefühl im Gehirn ab, das Vorhaben ist somit positiv besetzt. „Ich denke, Gefühle helfen da besser weiter als der Verstand.“ Egal, ob  mehr Bewegung oder mehr Fröhlichkeit im Alltag der Vorsatz sind. 

Ein weiterer Vorteil der Methode: „Wenn man die Gefühlsebene einbindet, hilft das auch über Durststrecken zwischendurch hinweg.“ Wichtig auf dem Weg ist allerdings: die Ziele müssen realistisch sein.  Ein Nicht-Läufer wird etwa in vier Monaten nicht zum Marathonläufer.  „Da hilft es, Etappenziele festzulegen, beim Laufen zum Beispiel in drei Monaten einmal 2,5 Kilometer zu schaffen.“

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