So ähnlich sah im vergangenen Jahr ein typisches Rendezvous aus

© Getty Images/Martin Dimitrov/iStockphoto

freizeit Leben, Liebe & Sex
04/09/2021

Jeder zweite Tinder-Nutzer hatte ein Videodate

Die Flirt-App ließ das Jahr Revue passieren und blickt in die Dating-Zukunft.

von Julia Pfligl

Es sind schwere Zeiten für Singles, aber: Noch nie wurde auf Tinder so viel gewischt und gechattet wie im vergangenen Jahr. Das geht aus einem Report (The Future of Dating Is Fluid) hervor, für den die Dating-App Nutzerdaten von Jänner 2020 bis Februar 2021 ausgewertet hat. So wurden erstmals drei Milliarden „Swipes“ (Profile werden, je nach Gefallen, nach links oder rechts „gewischt“) pro Tag verzeichnet, jeder und jede erzielte im Schnitt 42 Prozent mehr „Matches“ (so heißt das, wenn beide nach rechts swipen) als im Vorjahr.

Nach einem Match wurde zudem häufiger und um ein Drittel länger gechattet als vor der Pandemie. Etwa die Hälfte nutzte die Video-Funktion, die Tinder im Vorjahr eingeführt hatte, und verabredete sich zu einem Bildschirm-Rendezvous – dabei wurde nicht nur geredet, sondern „miteinander“ gekocht, gegessen oder getrunken. 40 Prozent wollen die virtuellen Dates auch nach den Lockdowns beibehalten.

Kleine Berührungen

Mittlerweile macht die jüngere Generation Z (geboren um 2000, auch Zoomer genannt) mehr als die Hälfte der weltweit 150 Millionen Tinder-Nutzer aus und prägt mit ihrem Verhalten und ihren Vorlieben die Dating-Landschaft. 60 Prozent von ihnen nutzten die App im vergangenen Jahr, um sich weniger einsam zu fühlen, heißt es.

Auch in den Profilbeschreibungen spiegelte sich die Sehnsucht nach Nähe: So sei das Wort „kuscheln“ 23 Prozent häufiger verwendet worden, „Händchenhalten“ 22 Prozent öfter.

Diese unschuldigen Gesten werden laut Tinder auch nach Corona eine große Rolle spielen: „Nach Monaten ohne Körperkontakt haben Singles die kleinsten Momente physischer Zuneigung extrem zu schätzen gelernt.“

Zoomer, heute Anfang bis Mitte zwanzig, gelten als ehrlicher und authentischer als ihre Vorgängergeneration, auch das schlägt sich bereits in den Tinder-Profilen nieder. Begriffe wie „Anxiety“ (Ängste) oder „normalize“ (enttabuisieren) zeugen von Verletzbarkeit und werden schon jetzt deutlich häufiger verwendet, auch über die persönlichen Grenzen beim Flirten wird öfter aufgeklärt.

Selbst wenn Bars wieder offen haben, werden gemeinsame Date-Aktivitäten wie Rollerskating als Eisbrecher immer beliebter werden, so der Bericht. Überhaupt rechne man 2021 mit einem „Summer of Love“, zumindest in den USA, wo die Hälfte der jungen Erwachsenen während der Pandemie zu den Eltern gezogen ist und es kaum erwarten kann, wieder zu flirten. Voraussetzung für ein Drittel: die Covid-Impfung. In vielen Tinder-Profilen gehört ein Foto vom Impfpass schon jetzt zum guten Ton.

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