Die australische Regierung fördert das Schutzprojekt.

© EPA/LUKAS COCH

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06/03/2021

Gesichtserkennung für Koalas soll beim Schutz der Tiere helfen

Mit dem Pilotprojekt in Queensland wollen australische Forscher erheben, ob die Beuteltiere sichere Korridore nützen.

Im Alter von 18 Monaten müssen Koalas ihrer eigener Wege gehen. Nach der Entwöhnung von der Mutter sind sie gezwungen, das Revier zu verlassen und einen unbesetzten Lebensraum aufzusuchen. Dafür müssen die Jungtiere oft große Strecken zurücklegen. Und von Menschen gemachte Hindernisse überwinden. Verfügbare Habitate und Nahrungsquellen sind häufig eingeschränkt oder zersplittert, Brücken und Tunnel - eigens für die Beuteltiere errichtet - können über Leben und Tod entscheiden. Mit ihnen lassen sich vielbefahrene Straßen meiden.

Bisher Videoaufnahmen und GPS-Daten ausgewertet

Nun wollen australische Wissenschaftlern mit künstlicher Intelligenz dazu beitragen, die baumbewohnenden Beutelsäuger besser schützen: Gesichtserkennungssoftware soll zeigen, welche Tiere die Wildbrücken bzw. -tunnel im Bundesstaat Queensland überqueren. Bisher mussten Tierschützer dafür manuell Videoaufnahmen auswerten oder die Bewegungen von Koalas per GPS-Marke verfolgen.

Technik im Fortschritt

Über die vergangenen zehn Jahre hinweg hätten sich Technologien der künstlichen Intelligenz sehr schnell weiterentwickelt, sagte der Leiter der Pilotstudie an Griffith University Jun Zhou. "Die Technologie ist stark genug, um nicht nur Koalas generell zu erkennen, sondern auch, welcher Koala genau die Wildbrücken nutzt."

Für ihre Studie wollen die Forscher mit Tierschutzorganisationen zusammenarbeiten. Das von der Regierung geförderte Projekt soll im Juli 2021 starten. Genutzt werden sollen dafür insgesamt zwanzig bestehende Kamera-Anlagen zur Beobachtung der wildlebenden Tiere in der Nähe von Brisbane. Ziel ist, die künstliche Intelligenz mit Daten zu füttern, die es ihr erlaubt, spezifische Koalas an ihrem Aussehen und ihren Bewegungen zu erkennen.

Wildbrücken und Tunnel besser legen

Die Forscher erhoffen sich mehr Daten zur Nutzung der Übergänge durch Koalas. Auch sollen die Studienergebnisse Aufschluss darüber geben, ob die Brücken und Tunnel noch besser gelegen sein könnten, um die Koalas vor Autos zu schützen.

Koalas leben in Gebieten entlang der australischen Ostküste. Sie gelten als gefährdete Tierart, da ihre Verbreitungsgebiete von Abholzung und Bebauung betroffen sind. Zuletzt dezimierten schwere Buschbrände die Zahl der überwiegend nachtaktiven Schlafmützen.

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