© WDR/Schmitt-Menzel/Streich

Jubiläum
03/06/2021

50 Jahre Die Sendung mit der Maus: So digital ist sie heute

Die Lach- und Sachgeschichten aus dem TV werden oft online und als Apps genutzt. Und Bildungsfernsehen ist wieder in Mode.

von Daniela Davidovits

Im TV-Kinderprogramm wird heute Geburtstag gefeiert: Die legendäre „Sendung mit der Maus“ ist 50 Jahre alt. Man glaubt es kaum – noch immer erscheint die rundliche Mäusedame jede Woche gemeinsam mit dem lila Elefanten im ARD, WDR und im Kinderkanal kika. Aber das Imperium rund um die Lach- und Sachgeschichten hat sich sehr verändert: Bildungsprogramm ist heute moderner, schneller und vor allem digital. Die junge Generation hat höhere Erwartungen als früher.

In der ersten Folge der „Sendung mit der Maus“ am 7. März 1971 wurde nur eine Geschichte vorgelesen – über Frederico Oktopod. Heutige Kinder fänden die Geschichte wohl zu langsam, aber damals startete die Maus so ihre Karriere. Unzählige Folgen der „Lach- und Sachgeschichten“ begeisterten Millionen Zuschauer und heimsten etliche Preise ein.

Zum Jubiläum bekommt die Sendung ein Lied von Teenie-Idol Mark Forster ("Ich frag die Maus") – 25 Jahre nach dem „Hier kommt die Maus“-Hit von Stefan Raab. In einer Gala der Erwachsenen wurde etwa mit Barbara Schöneberger und Günther Jauch gefeiert und in Erinnerungen geschwelgt.

Bob der Baumeister und die Biene Maja mussten sich liften lassen, aber die Maus bleibt zeitlos. Intendant Tom Buhrow setzt auf Kontinuität: „Der Leibesumfang der Maus ist derselbe – ein gemütlicher. Sie spricht nicht, auch das haben wir nicht geändert. Sie macht non-verbale Kommunikation.“

Neuer Ton

ORF-1-Programmchefin Lisa Totzauer ist selbst ein Fan der Maus: „Eltern haben nostalgische Gedanken und Kinder wollen etwas Cooles. Deshalb ist es wichtig, Formate in die heutige Zeit zu heben und an die Bedürfnisse der Kinder anzupassen. Viele Erwachsene erinnern sich mit Begeisterung an ‚Es war einmal der Mensch‘. Meine Kinder haben es im Unterricht gesehen – und bei ihnen ist es nicht gut angekommen.“

Oft vernebelt die Erinnerung das Urteil. „Als Barbapapa wieder gesendet wurde, waren alle zuerst begeistert – aber dann haben sie schnell das Interesse verloren. Ich habe meinen Kindern ‚Bonanza‘ gezeigt, weil ich so nette Erinnerungen habe. Aber es hat nicht gepasst“, erzählt Totzauer. Vor allem in der Kommunikation merke man den Unterschied. „Hier zeigt sich, wie sehr sich die Gesellschaft verändert hat.“

Mehr über Maus-Videos und andere Bildungsangebote:

Digital lernen

Das große Comeback erlebte das Bildungsfernsehen rund um die Maus im ersten Lockdown vor einem Jahr. Selten war Erklär-TV wieder so gefragt wie in der Ausnahmesituation, als die Schulen und Kindergärten zusperrten.

Auch der ORF stellte sein Programm um: „Ein Aspekt war, dass man Kinder gut informieren will, was gerade geschieht, und so haben wir mit der ‚Zib Zack‘ ein Nachrichtenangebot für Kinder geschaffen wie es früher die ‚Mini-ZiB‘ war. Mit der ‚Freistunde‘ hatten wir 50 Prozent Marktanteil bei den Zusehern und enorm viele Online-Zugriffe, weil die Kinder ja noch mehr digital schauen als im TV.“

Das Programm kommt auch in die sozialen Medien: „Wir gehen aktiv auf die Zielgruppen zu. Unser Video über das Impfen hatte auf Tiktok 65.000 Zugriffe.“

Ob man den Unterricht der Volksschul-Jahrgänge auf den Bildschirm verlegen hätte können? Totzauer: „Wir haben uns mit manchen Themen an den Lehrplan angelehnt. Aber ein Frontalunterricht im Fernsehen funktioniert nicht. Viele erinnern sich noch an Lisa Schüller, die legendäre Russisch-Lehrerin aus dem ORF. Doch wer von uns beherrscht deshalb heute die Sprache?“ 18 Jahre lief ihre Sendung.

Heute spielt die Maus auf PC, Handy und Tablet (wdrmaus.de). Maus- und Elefanten-Webseite sowie Apps liefern Inhalte, denen die Eltern vertrauen können – sogar auf Arabisch, Englisch, Kurdisch und Französisch. Käpt’n Blaubär gibt bewährte Basteltipps.

Wer aus dem Angebot herauswächst, macht bei Formaten wie „Wissen macht ah“, „Checker Tobi“ oder „Fanny’s Friday“ weiter. Die Neugier auf Wissen lernt man bei der Maus. Und die bleibt den Zuschauern für immer.

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