© Michael Horowitz

freizeit
02/24/2020

Fotografien von Michael Horowitz: Hazerl mit Niki Lauda

Michael Horowitz, Gründer der freizeit, zeigt seine Fotos von Arnold Schwarzenegger bis Niki Lauda in der Albertina.

von Guido Tartarotti

Einen exklusiven Blick auf die schönsten Fotos und Geschichten der vergangenen vier Jahrzehnte und von hinter den Kulissen inklusive, gewährt die neue Ausstellung in der Albertina Wien. Zu sehen sind seltene Schnappschüsse von Marie Colbin über Arnold Schwarzenegger bis Niki Lauda oder John Lennon.

Michael Horowitz mag das Wort „Schnappschuss“ nicht. Es klingt ihm zu banal. Der Fotograf Horowitz fängt den Augenblick ein. Er inszeniert seine Bilder auch nicht, er wartet auf die Inszenierung des Lebens. (Wobei: Eine gute Gelegenheit lässt er sich auch nicht entgehen.) Eine solche Gelegenheit ergab sich 1982. Horowitz ging mit der damals berühmten österreichischen Filmschauspielerin Marie Colbin („Sei zärtlich, Pinguin“) ins Palmenhaus in Schönbrunn. „Da habe ich auf einmal die drei alten Damen gesehen, die sich auf einer Bank gesonnt haben“, erinnert sich Horowitz. „Die Damen wussten zwar nicht, wer Marie Colbin war, aber sie haben sich sehr gefreut, mit ihr auf dem Foto zu sein.“ Horowitz mag dieses Bild ganz besonders: „Es zeigt Schönheit und Vergänglichkeit.“

Unvergessliche rote Rosen

Wann er Hildegard Knef fotografiert hat, weiß Horowitz nicht mehr. „Das Bild entstand im ORF-Zentrum, wo sie eine Show aufgezeichnet hat, in einer Drehpause. Da wurde mir bewusst, was eine Kettenraucherin ist.“ Horowitz wird das Foto aus einem besonderen Grund nie vergessen: „An diesem Tag hörte ich zum ersten Mal, wie die Knef ,Für mich soll’s rote Rosen regnen’ gesungen hat.“

Das Bild von Oskar Werner ist Horowitz aus einem anderen Grund unvergesslich.„Es war 1983, ein Vormittag im Café Eiles. Und er hatte schon den dritten doppelten Cognac getrunken.“ Der große, einzigartige Schauspieler war damals, am Ende seines Lebens, zutiefst deprimiert über seine künstlerischen Misserfolge.

Das Bild vom trainierenden Niki Lauda wurde Ende der sechziger Jahre aufgenommen. Lauda hat damals oft die Schulen gewechselt, erinnert sich Horowitz. „Er war auch ein paar Wochen an meiner Schule in der Billrothstraße. Dort habe ich ihn 1966/1967 kennengelernt. 1968 hat er schon sein erstes Rennen in einem Mini Cooper gewonnen.“ Horowitz erzählt von den sogenannten „Hazerln“, also verbotenen Beschleunigungs-Duellen auf dem Gürtel, von Ampel zu Ampel. „Ich hatte damals von meiner Großmutter einen Triumph T34 geschenkt bekommen.“ Lauda hat die „Hazerln“ trotzdem immer gewonnen. Das Foto entstand in einem Fitness-Center im 7. Bezirk: „Lauda hat trainiert wie ein Besessener.“

Jö schau! John, Arnold und Mick

Besonders gut ist Horowitz das Bild von John und Yoko in Erinnerung. „Das war 1968. Sie waren für ihre Bed-in-Tournee auch nach Wien gereist. In Schwechat war so ein Sturm, sie wären fast nicht aus der Maschine gekommen. Man sieht, wie John Lennon vom Wind beinahe verweht wird.“

Arnold Schwarzenegger kam Horowitz 1975 vor die Linse. „Da war er  Mister Olympia geworden und ich habe ihn getroffen. Damals war gerade ,Jö schau’ von Georg Danzer der große Hit, die Geschichte vom Nackerten im Hawelka. Also hatte ich die Idee, mit Schwarzenegger ins Hawelka zu gehen und ihn mit nacktem Oberkörper zu fotografieren. Er hat den Spaß sofort mitgemacht und gesagt: Ja, kein Problem.“ (Foto ganz oben)

Einen anderen Superstar fotografierte Horowitz 1967: Mick Jagger gab mit den Rolling Stones sein zweites Konzert in der Wiener Stadthalle. Horowitz: „Es gab damalswilde Proteste gegen die sogenannten Langhaarigen. Aber das Konzert war eine Sensation, die hatten damals noch soviel Kraft, sie waren noch in Originalbesetzung mit Brian Jones. Die Halle hat gebebt.“

Ich war ein schlechter Schüler

Horowitz’ Karriere als Fotograf begann mit einer missglückten Schullaufbahn. „Ich war ein schlechter Schüler. Ich habe auch keine Matura. Ich war im Jahr 1968 in Südafrika, da hat der Jochen Rindt beim Rennen in Kyalami Platz drei belegt. Da war ich 17 Jahre alt und habe dort Modefotos für einen Katalog fotografiert. Danach bin ich mit den Models zum Rennen gefahren. Dort habe ich Jochen Rindt fotografiert, und er war begeistert.“ Statt  die zwei für ihn       grauenhaftesten Dinge,  Mathematik und Darstellende Geometrie, zu lernen, hat Michael Horowitz also fotografiert. „Und immer mehr hat es mich aus Wien rausgetrieben, aus dieser rigiden Atmosphäre. 1969 war ich dann zum zweiten Mal in der siebenten Klasse, da habe ich zufällig die Kiki Kogelnik kennengelernt. Und sie hat mich dann eingeladen, mit ihr nach New York zu fliegen.“ Das war der Beginn seiner Laufbahn als Fotograf.

MICHAEL HOROWITZ: Fotografien aus dem Wiener Kulturleben, zu dessen Protagonisten Horowitz in enger Beziehung stand. Eine Schau von  bekannten Persön- lichkeiten aus dem öffentlichen Leben. 28. Februar  bis 13. April, Albertina, Albertinaplatz 1,  Wien 1
https://www.albertina.at

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