Rohes Geflügel sollte immer auf demselben Schneidebrett geschnitten werden.

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freizeit Essen & Trinken
07/21/2021

VKI testete Hühnerfleisch: Nur 3 von 13 Proben einwandfrei

Laut den Testern ließ die Qualität der Proben von Filets, Keulen und Flügeln zu wünschen übrig.

von Ingrid Teufl

Hühnerfleisch hat sich zum Lieblingsfleisch der Österreicherinnen und Österreicher entwickelt. Dementsprechend hoch ist der Anteil dieses Segments in den Kühlvitrinen der Supermärkte. Das nahm der Verein für Konsumenteninformation zum Anlass, die Qualität des angebotenen Hühnerfleisches unter die Lupe zu nehmen.

13 verschiedene Proben mit Filets, Keulen und Flügeln wurden in Wien und Niederösterreich in verschiedenen Supermärkten eingekauft. Experten untersuchten sie hinsichtlich Kennzeichnung, Keimbelastung und Sensorik (Geruch des Fleisches usw.). Am wichtigsten bewertet wurde die Mikrobiologie - also, ob Keime im Fleisch zu finden waren.

Nur drei Produkte waren top

Die Ergebnisse waren ernüchternd: "Nur bei drei Produkten gab es diesbezüglich nichts zu bemängeln", hielten die Tester fest. Neben den "Wiesen Hendl"-Keulen von ja! Natürlich erhielten die "Maishendl Flügel" von S-Budget (Spar-Eigenmarke) sowie die "Hühner Filets" von Hofstädter ein "sehr gut".

In zwei Fällen "Frederike Hendl Flügeln" (Penny) und "Wiesentaler Hendl Unterkeulen" (Lidl) wurden Salmonellen entdeckt, in vier weiteren Produkten waren antibiotikaresistente Keime vorhanden.

Diese bezogen sich auf den Keim ESBL, der mit einem anderen Keim namens MRSA als "Krankenhauskeim" gefürchtet ist. Sie können etwa Wundinfektionen auslösen. "MRSA konnte glücklicherweise in keinem Produkt festgestellt werden", schreibt der VKI.

In einer Stellungnahme kommentierte die REWE-Group, zu der Penny gehört, das Testergebnis so: "Bezüglich des Nachweises von Salmonellen und Campylobacter ist zu sagen, dass bei Vorhandensein des Küchenhygienehinweises laut Verordnung 178/2002 kein Grund zur Beanstandung besteht. Auch antibiotikaresistente Keime werden beim Kochen oder Braten abgetötet und stellen bei Einhaltung der Küchenhygiene keine Gefahr dar. Wir nehmen die Beurteilung jedenfalls sehr ernst und haben bereits Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet und eine Nachuntersuchung beauftragt."

Auch bei Lidl nahm man das Testergebnis ernst. "Das Produkt wurde in allen Untersuchungen als verkehrsfähig bewertet. Die Hygienemaßnahmen und -kontrollen sind im Betrieb des Lieferanten sehr streng, trotzdem hat der Lieferant die VKI-Untersuchung zum Anlass genommen, die Bedingungen - beispielsweise die Kühltemperatur - zu prüfen. Es konnten keine Abweichungen festgestellt werden."

Ursachen für Keimbelastung

Als Ursachen für eine überhöhte Keimbelastung machten die Tester vor allem mangelnde Hygiene bei der Herstellung sowie unzureichende Lagerbedingungen aus. Ebenso können Kühlfehler beim Transport Verursacher sein.

Kennzeichnung und Hygiene

In Anbetracht der entdeckten Keimbelastung betonen die Experten des VKI die Wichtigkeit der Hygiene bei der Verarbeitung von Hühnerfleisch. Dabei soll vor allem beim Transport vom Supermarkt nach Hause auf die Einhaltung der Kühlkette geachtet werden. Vor der Zubereitung nach Möglichkeit nicht waschen, da sich mögliche Keime sonst in der Küche verbreiten können.

Bei der Verarbeitung von rohem Fleisch ist Händewaschen nach der Verarbeitung Pflicht. Ebenso sollte beim Kochen auf das vollkommene Durchgaren geachtet werden. Dadurch werden Keime zuverlässig abgetötet.

Info: Den vollständigen Test lesen Sie in der August-Ausgabe des VKI-Magazins "Konsument".

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