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freizeit Essen & Trinken
07/10/2020

Warum das Huhn besser nicht auf die Bierdose fliegen sollte

Grill-Profi Adi Matzek gibt Tipps für das perfekte Grillhendl: Sie brauchen keine Dose, legen Sie es einfach auf den Rost!

von Anita Kattinger

Von einem saftigen, knusprigen Grillhendl träumen Party-Gastgeber und Kinder gleichermaßen. Besonders beliebt sind Rezepte für das sogenannte Bierdosen-Huhn – hierfür wird das ganze Geflügel auf eine halb volle, geöffnete Bierdose gesteckt.

Die dampfende Flüssigkeit sorgt für zartes Hühnerfleisch, außen gerät die Geflügelhaut schön knusprig. Und auch optisch gibt diese Zubereitung beim Gartenfest etwas her.

Allerdings warnt die österreichische AGES (Agentur für Ernährung und Sicherheit) aktuell vor dem Bierdosen-Huhn: "Das tatsächliche Gefahrenpotenzial ist derzeit schwer abschätzbar. Fest steht, dass die Druckfarben und Lacke auf der Dosen-Außenseite nicht für Lebensmittel geeignet sein müssen und auch die Doseninnenbeschichtung nur für die vorhergesehene Verwendung als Getränkeverpackung überprüft und zulässig ist."

Bei den hohen Zubereitungstemperaturen könnten sich gesundheitsschädliche Stoffe bilden: "Durch diese zweckfremde Verwendung von Bierdosen gehen nicht nur die erwünschten Aromen, sondern möglicherweise auch Schadstoffe direkt in das Grillfleisch über."

Wie wird das Grillhendl besonders schmackhaft?

Als Alternative schlagen die Experten professionelle Brathendl-Bräter aus Edelstahl vor. Aber was sagt Grill-Profi Adi Matzek dazu? "Als BBQ-Trend schwappte das Bierdosen-Huhn von den USA auch zu uns. Es gibt aber viele Möglichkeiten, wie man das perfekte Grillhendl zubereiten könnte. Ich rate zu einer ganz einfachen Methode: Bei indirekter Hitze das Huhn auf den Rost legen. Der Saft des Huhnes staut sich dann im Bauchraum, das herunter tropfende Fett lässt sich mit einer kleinen Tropftasse gut auffangen."

Das Hendl muss nicht umgedreht werden, es wird gleichmäßig braun: Pro Kilogramm Körpergewicht wird eine Stunde Grillzeit gerechnet, weiß der Profi. "Salz und weißer Pfeffer reichen. Unbedingt auch den Bauchraum salzen: Wer will, kann auch frischen Rosmarin in den Bauchraum stecken."

Alu-Grilltassen sind tabu

Und wenn man das Huhn doch publikumswirksam präsentieren will? "Oft hat man von der Oma noch alte Porzellanteile, wo man früher das Hendl darauf gesteckt hat."

Damit die Grill-Party keine unerwünschten gesundheitlichen Risiken birgt, warnen die Experten eindringlich vor Aluminium-Grilltassen, die noch immer gerne verwendet werden, damit die Marinade nicht in die Glut tropft: "Wenn Aluminiumtassen zum Grillen verwendet werden, sollten die Lebensmittel erst nach dem Grillen auf dem Teller gesalzen oder mit Zitrone gewürzt werden. Dies ist auch beim Marinieren zu beachten: Grillgut, das mit Salz und Zitrone gewürzt ist, sollte nicht in Aluminiumbehältern aufbewahrt werden."

Warum so viel Vorsicht? Es könnten sonst Aluminium-Bestandteile auf das Grillgut übergehen.

So grillen Sie richtig

  1. Öl nur sparsam verwenden bzw. sorgfältiges Abtupfen der Marinade, damit Fett vom Grillgut nicht auf die heiße Glut tropft und verbrennt. So wird die Entstehung von PAKs (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen) vermieden.
  2. Verbrannte Stellen sollten Sie nicht essen: Verkohlte Fleischstücke könnten krebserregende Stoffe enthalten.
  3. Gepökelte Würstel sollten Sie nicht grillen: Das zum Pökeln verwendete Nitrat wird in der Hitze zu gesundheitsgefährdenden Nitrosaminen umgewandelt.
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