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freizeit Essen & Trinken
04/20/2020

Gegen den Perfektionswahn: Ein Kochbuch für schlechte Köche

Die Bestsellerautorin Alexandra Reinwarth hasst es, in der Küche zu stehen – warum sie trotzdem ein Kochbuch geschrieben hat.

von Julia Pfligl

KURIER: Sie schreiben Ratgeber, kochen nicht gerne – wieso plötzlich ein Kochbuch?

Alexandra Reinwarth: Ich mache kein Hehl daraus, dass ich nicht gerne koche. Zum Glück hatte ich immer Lebensgefährten, die gerne kochen, aber da ich auch essen will, wenn der Mann nicht da ist und weil ich ein Kind habe, das auf Nahrungsaufnahme besteht, tue ich es eben doch. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass sich einige Rezepte angesammelt haben, die richtig gut schmecken, obwohl ich sie gekocht habe – und die will ich niemandem vorenthalten. Ich bin ein Filter für alle, die nicht gerne oder gut kochen: Wenn ich das kann, können Sie das auch.

Haben wir durch Instagram und Weglasszwang den entspannten Umgang mit Essen verlernt?

Ich finde, die vielen Wahlmöglichkeiten, also ob es vegan, veggie oder zuckerfrei sein soll, ob man damit abnehmen will, sein Hautbild verbessern oder die Verdauung optimieren – lassen die wichtigste Eigenschaft in den Hintergrund treten, nämlich: Es soll rasend gut schmecken. Das ist meine einzige Anforderung. Wenn möglich, mit wenig Aufwand.

Ein Rezept, das immer gelingt und schmeckt?

Die exotische 15-Minuten-am-ehesten-noch-Thai-Suppe. Die ist so simpel, dass man es nicht fassen kann und selbst die unerfahrenste Köchin als Spezialistin der asiatischen Küche brillieren lässt.

Sie leben in Valencia – hat der spanische Lebensstil Ihren Zugang zum Kochen verändert?

Abgesehen davon, dass sich die Essenszeiten geändert haben (Mittag bis 17 Uhr, Abend bis 23 Uhr), kommen weniger Sahne und Schweinefleisch in meiner Küche vor. Dafür mehr Wein. (lacht)

Ihr größtes kulinarisches Missgeschick?

Das eindrucksvollste hängt mit Röstaromen zusammen und einem Einsatz der örtlichen Feuerwehr, ich möchte aber nicht weiter drüber sprechen.

Germ ist in der Isolation stark nachgefragt. Verstehen Sie, dass Menschen in der Krise mehr backen?

Ich kann das sofort nachvollziehen: Wenn man das Grundnahrungsmittel Brot hinbekommt, überlebt man wahrscheinlicher. Hätte ich einen Garten, ich würde sofort Gemüse und Beeren anpflanzen. Und dem Mann Pfeil und Bogen schenken.

Exotische 15-Minuten-am-ehesten-noch-Thai-Suppe

2 Knoblauchzehen klein gehackt
2 cm Ingwer klein gehackt
2 EL neutrales Öl 
350 g Hühnerfilet oder Champignons, Zucchini 
1  l Gemüsebrühe 
400 ml Kokosmilch
4–5 EL Sojasauce 
1 EL Austernsauce 
100 g Glasnudeln
Reisnudeln gehen auch
1 Handvoll Koriander gehackt

  • Knoblauch und Ingwer in einem großen Topf im Öl ein paar Minuten bei mittlerer Hitze garen. Huhn in mundgerechte Stücke schneiden, dazugeben und von allen Seiten anbraten, bis es rundherum hell ist
  • Wer Schärfe mag, kann mit dem Knoblauch und Ingwer noch 2 EL rote Currypaste in den Topf geben
  • Mit oder anstatt des Huhns schwimmen auch Champignons, Zucchini oder sonstiges Gemüse gut in der Suppe
  • Gemüsebrühe, Kokosmilch, Sojasauce und Austernsauce dazu, umrühren und die Glas- oder Reisnudeln 
  • zwei bis drei Minuten weich werden lassen
  • Koriander dazugeben – oder erst beim Servieren obendrauf streuen
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