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freizeit Essen & Trinken
04/15/2020

Babygläschen: Wie Hersteller bei Obstbrei tricksen

Öko-Test hat 20 Obstbreie getestet. Keiner bekam die Wertung "sehr gut".

Das deutsche Verbrauchermagazin hat Baby-Obstbreie genauer unter die Lupe genommen. Von den 20 getesteten Babygläschen schnitten elf mit einem "gut" ab, die Note "sehr gut" wurde kein einziges Mal vergeben, auch die Wertung "mangelhaft" wurde einem Brei vergeben.

In der Auswahl dabei waren Marken wie Alete, Hipp, Alnatura, die Eigenmarken von dm und Müller sowie Bebivita oder Holle.

Wie Öko-Test vorab klarstellt, werden reine Obstpürees von Ernährungsexperten nicht als Mahlzeit für Babys und Kleinkinder empfohlen. Sie sollen lediglich als Zusatz in einer Getreidemahlzeit dienen. Allerdings geben Eltern ihrem Nachwuchs dennoch oft Obst-Babygläschen als Snack oder ganze Mahlzeit.

Sehr viel Zucker

Wie auch im Test zu sehen ist, enthalten Obstbreie aus Heidelbeere, Birne, Apfel, Banane oder Himbeere jede Menge Zucker, der bei Kindern unter anderem zu einer Fettleber führen kann.

Keine Pestizide

Im Fokus der Untersuchung von Öko-Test standen  Zuckergehalt, Verunreinigungen durch Pestizide und Belastungen mit Keimen. Außerdem wurde die Zusammensetzung der Breie untersucht und, ob die Produkte gestreckt werden.

Die gute Nachricht: In keinem der Gläser wurden Pestizide gefunden - anders als in einigen Tests bei Quetschies (Obstbrei zum Saugen für Kinder).

Wie Hersteller tricksen: Eindicken mit Reismehl

Die schlechte Nachricht: Die Hersteller tricksen durchaus und lassen die Käufer in dem Glauben, pure Frucht zu kaufen, was aber nicht immer der Fall ist.

Öko-Test: "In sieben Obstbreien liegt der Anteil von echtem Obstpüree unter 80 Prozent. Die Hersteller strecken die Früchte mit Säften oder Saftkonzentraten, Wasser und Verdickungsmitteln wie Reismehl. In einem Obstbrei im Test macht der Anteil an pürierten Früchten sogar weniger als die Hälfte aus." Dieser Brei von Bebivita wurde mit "mangelhaft" bewertet.

In einem Obstbrei wurde neben Saftkonzentrat und Wasser auch Reisvollkernmehl beigegeben, um den Brei wieder zu verdicken. Beworben wird das Produkt aber mit den Worten "ohne Verdickungsmittel".

Warum kein "Sehr gut"?

Kein Produkt schneidet übrigens mit "sehr gut" ab, weil in allen Deckeldichtungen PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen vorkommen, die bei Herstellung und Entsorgung die Umwelt stark belasten.

Außerdem werben die Hersteller mit den Worten "ohne Farb- und Konservierungsstoffe", was bei Babynahrung ohnehin Standard sein sollte. Zudem wirkt die Werbung "ohne Zuckerzusatz" laut Öko-Test irreführend, da in den Früchten selbst sehr viel Zucker steckt.

Das detaillierte Testergebnis ist gegen Bezahlung auf Öko-Test hier zu finden.

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