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Am Herd mit Maria Vassilakou
11/11/2013

Am Herd mit Maria Vassilakou

Die Wiener Vizebürgermeisterin kocht deftige griechisch-wienerische Fusionsküche.

von Heidi Strobl

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Mit einer Flasche Wiener Wein im Körberl tritt Maria Vassilakou an, um bei mir am Schafberg griechischen Rostbraten zuzubereiten. Damit deckt sie gleich einmal ihre beiden Welten ab. „Ist aber nicht ganz ehrlich“, gibt sie zu, „weil eigentlich ess ich am liebsten italienisch.“ Sicherheitshalber hat sie auch ihr eigenes Kochgeschirr mitgebracht: schwarzer Gusseisen-Bräter, Fleischklopfer, Knoblauchpresse, Erdäpfelstampfer. „Ein schnelles Rezept“, meint die Vizebürgermeisterin, „eigentlich Fast Food.“ Umso länger hat es gedauert, bis unser Termin zustande kam. Voll verplant sind die Tage der Politikerin – über Monate hinweg.

Mit harter Hand und viel Schwung klopft sie die schönen Fleischstücke. „So werd ich meinem Ruf gerecht.“ Gleichzeitig hört sie schon ihre imaginären Kritikerstimmen: „Stopp, Frau Vassilakou, Klimaschutz geht nicht mit dem Hammer.“ Kein einfacher Job, scheint’s. Zum Kochen kommt sie jedenfalls kaum mehr. Dabei macht sie’s irrsinnig gern. Zeit, um Gedanken zuordnen und abzuschalten. „Ist für mich ein bissi so wie meditieren.“

Für das griechische Bauernpüree als Beilage presst sie ordentlich Knoblauch in die Pfanne. „Das sollte man nicht kochen, wenn man auf Aufriss ist.“ Milch nach Gefühl, Rucola unterrühren, fertig. Fleischtopfkontrolle. „Bist du deppert, das duftet!“

Essen, das ist zu spüren, hat einen hohen Stellenwert in Vassilakous Leben. Deswegen will sie sich zukünftig auch des Themas Kinderernährung annehmen. „Steht auf meiner To-do-Liste für die nächsten Jahre.“ Der Gemischte Satz vom „Zahel“ passt wunderbar zum würzigen Rostbraten. Und dann muss sie schon wieder weg, zum nächsten Termin. Danke. Viel gelacht!

Griechischer Rostbraten

Zutaten

1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen

5 dicke, gut abgelegene Scheiben vom Rostbraten

Mehl

Salz & Pfeffer

6-10 Salbeiblätter

1 Zitrone, 1 Bund Petersilie

Weißwein, Olivenöl

Für das Püree

5 große, mehlige Erdäpfel

Olivenöl

Milch

2-3 Knoblauchzehen

Salz & Pfeffer

1 Handvoll Rucola

Zwiebel schälen, in 1/2 cm dicke Spalten schneiden. Knoblauch schälen. 3-4 EL Mehl mit etwas Salz vermischen. Fleisch klopfen, salzen, pfeffern, im Mehl wenden. Öl in einem Bräter erhitzen, Rostbraten darin nacheinander beidseitig anbraten, rauslegen. Zwiebel im Bratenrückstand anschwitzen, Knoblauch dazugeben: 1 Zehe blättrig geschnitten, 1 Zehe gepresst. Salbeiblätter fein schneiden, dazugeben, mit einem guten Schuss Wein aufgießen, Saft der halben Zitrone reinpressen. Fleisch wieder einlegen, knapp mit Wasser bedecken, 50 Minuten zugedeckt schmoren. Erdäpfel kochen und schälen. 2-3 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, Knoblauch hineinpressen. Erdäpfel dazugeben und stampfen. Milch dazu, bis das Püree die richtige Konsistenz hat. Salzen, pfeffern, Rucola unterrühren.

5 Fragen

Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?

Zimt und Nelken in Fleischspeisen.

Was würden Sie nie essen?

Schnecken.

Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten?

Die italienische.

Ihr Lieblingslokal?

Ostaria Il Bio in der Burggasse und On Market am Naschmarkt.

Gibt es eine Speise, die Sie zu trösten vermag?

Spaghetti bolognese. Immer noch.

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