Einfache Sprache
04.09.2018

Wie fotografieren hilft, das Leben zu meistern

Manchen Menschen helfen Fotos, besser mit dem Leben klar zu kommen. Sie verarbeiten mit Hilfe von Fotos traurige Erlebnisse.

Link zum Original-KURIER-Artikel

Eian ist ein kleiner Bub mit Autismus.
Menschen mit Autismus haben oft Probleme
im Umgang mit anderen Menschen.
Sie nehmen die Welt anders wahr.
Oft sind sie außerdem verschlossen,
selbst für Menschen, die ihnen sehr nahe sind.
Manchmal ist es nicht leicht,
mit einem autistischen Menschen zu sprechen.
Deswegen hat die Mutter von Eian beschlossen,
täglich von ihrem Sohn Fotos zu machen.
Die Mutter von Eian heißt Kate Miller-Wilson.
Durch das Fotografieren bekommt Kate Miller-Wilson
Zugang zu ihrem Sohn.
Die Mutter von Eian wollte zeigen,
wie es ist, jemanden zu lieben, der sehr verschlossen ist.

Sie wurde mit dem Foto-Projekt „Look me in the Lense“ weltweit bekannt.
Aus den vielen Bildern von ihrem Sohn entsteht ein Buch.
Ab November wird es erhältlich sein.
Bei Kate Miller-Wilson haben sich viele Eltern autistischer Kinder gemeldet,
um sich mit ihr auszutauschen.

Miller-Wilson benützt ihren Sohn nicht für ihr Fotoprojekt
und sie hofft, dass die Menschen das nicht glauben.
Die Mutter kann nur auf diese Weise mit ihrem Sohn reden.
Miller-Wilson und Eian reden beim Fotografieren miteinander.

Er hatte auch Probleme mit Mitschülern
und wurde ausgegrenzt, meinte die Mutter.
Die Mutter erzählte Eian, dass sich sehr viele Menschen für ihn
und das Fotoprojekt interessieren.
Das hat ihm geholfen.
Er weiß jetzt, dass es okay ist, wie er die Welt sieht.

Doch manchmal macht das Fotografieren nicht so viel Spaß.
Melissa Spitz erzählt die Geschichte von ihrer Mutter
mit Hilfe der Kamera schon seit 10 Jahren.
Durch das Fotografieren verarbeitet sie die Geschichte ihrer Mutter.
Ihre Mutter leidet an einer psychischen Erkrankung
und ist tablettensüchtig.
Ihr Foto-Projekt heißt „ Du musst dir keine Sorgen machen“.
Sie hat dafür sogar einen Preis gewonnen.

Manche Menschen trauern auch, indem sie fotografieren.
Wie bei der deutschen Filmstudentin Chiara Dollak,
deren Vater im Alter von 52 Jahren verstorben ist.
Chiara wurde durch das
Foto-Projekt „Hallo Papa, bist du da?" bekannt.
Auf den Fotos ist zu sehen,
wie sich ihr Leben verändert hat, seit ihr Vater tot ist.
Chiara hat das Projekt mit den Fotos geholfen,
um den Tod von ihrem Vater besser zu verarbeiten.

Viele Menschen hat diese Geschichte berührt.
Einige Menschen haben ähnliche Sachen durchgemacht,
sie konnten sich in den Bildern wiedererkennen.
Das gab Chiara Kraft und zeigte ihr, dass sie vieles richtig gemacht hat.