Untersuchung hat festgestellt, wer weit zur Arbeit fahren muss, ist unglücklicher

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Jeder 2. Mensch in Österreich muss zu seinem Arbeitsplatz pendeln. Lange Arbeitswege sind schlecht für den Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit.

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Viele Menschen in Österreich
arbeiten in einer Gemeinde, in der sie nicht wohnen.
Sie müssen jeden Tag
mit dem Auto oder mit dem Zug in die Arbeit fahren.

Diese Menschen nennt man Pendler.
Jeder 3. Mensch in Österreich muss täglich
ungefähr 60 Kilometer weit zu seinem Arbeitsplatz fahren,
einige müssen sogar noch weiter fahren.

Die Arbeiterkammer in Oberösterreich hat am 17. Mai
eine Untersuchung von Experten veröffentlicht.
Diese Untersuchung hat ergeben, dass die Menschen,
die auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz 1 Stunde und mehr brauchen,
mit ihrer „Work-Life-Balance“ nicht zufrieden sind.
Work-Life-Balance ist Englisch und beschreibt auf Deutsch,
ein ausgewogenes Verhältnis zwischen
dem Berufsleben und dem Privatleben.
Die Menschen, die weniger als 1 Stunde
zu ihrem Arbeitsplatz brauchen, sind zufriedener.
Der Grund dafür ist laut der Arbeiterkammer,
dass die Menschen, die weit zu ihrem
Arbeitsplatz fahren müssen, weniger Freizeit haben.
Diesen Menschen gehen durch das Pendeln
jeden Tag ungefähr 5 Stunden verloren.
Die betroffenen Menschen leiden auch öfter
unter Zeitdruck und unter dauerndem Druck in der Arbeit.


Mehr als die Hälfte der Pendler in Österreich sind Männer.
Am meisten sind die Männer betroffen, die im Bau-Bereich arbeiten.
Auch Männer, die im Berg-Bau, im Metall-Bereich und
als Elektriker arbeiten, sind oft betroffen.

N
ur wenige Menschen in Österreich
benützen zum Pendeln öffentliche Verkehrsmittel.
Nur wenige Menschen benützen gemeinsam mit anderen ein Auto,
um zum Arbeitsplatz zu fahren.
Die meisten Menschen fahren mit dem Privat-Auto in die Arbeit.

Der Grund dafür ist, laut dem Verkehrs-Club Österreich,
dass Autofahrer durch die Pendler-Pauschale mehr Geld sparen,
als die Menschen, die öffentliche Verkehrsmittel benützen.
Die Pendler-Pauschale bekommt man vom Finanz-Ministerium.
Sie soll die Kosten, die entstehen um in die Arbeit zu kommen, ausgleichen.
Das heißt, man bekommt jedes Monat zusätzlich zum Gehalt,
einen bestimmten Geld-Betrag, der die zusätzlichen Kosten
für den Pendler ausgleichen soll.
Anspruch auf die Pendler-Pauschale hat man,
wenn man mindestens 20 Kilometer zum Arbeitsplatz fahren muss.


Die Untersuchung hat auch festgestellt, dass
die meisten Menschen, die in die Arbeit pendeln müssen,
aus dem österreichischen Bundesland Burgenland kommen.
An 2. Stelle kommt das Bundesland Niederösterreich, wo
es 188 000 Menschen gibt,
die zu ihrem Arbeitsplatz nach Wien fahren.
Am wenigsten Pendler gibt es in Wien.


Es spielt auch eine Rolle, wo man wohnt.
Günstige Wohnungen sind am Land nicht sehr gut
an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden.
Bei Menschen, die am Stadt-Rand wohnen, ist die
Gefahr groß, dass ihre Work-Life-Balance nicht ausgeglichen ist.

( kurier.at , ll ) Erstellt am 18.05.2018