Rede-Verbot für Schul-Leiterin

© Bild: Kurier/Juerg Christandl

Vor ein paar Tagen hat die Tages-Zeitung „Kurier“ über eine Wiener Schule berichtet. Es ging um die Neue Mittelschule in der Gassergasse im 5. Bezirk.

Die Tages-Zeitung „Kurier“ hat ein Gespräch
mit der Leiterin von der Neuen Mittelschule Gassergasse geführt.

In ihrer Schule gibt es Probleme
aber das Bundes-Ministerium hat ihr verboten,
darüber zu reden, sagt sie.
Nach dem Bericht vom „Kurier“ gibt es jetzt noch mehr Ärger.

Was ist passiert?

Die Tages-Zeitung Kurier wollte einen Bericht
über eine Neue Mittelschule schreiben.
Der Kurier hat die Erlaubnis vom Stadt-Schulrat bekommen
dafür wurde die Schule in der Gassergasse ausgesucht.
Es gibt viele Schüler, die aus dem Ausland kommen
und wenig Deutsch sprechen.
Die Leiterin von der Schule heißt Andrea Walach.

Die Schul-Leiterin Andrea Walach sagt,
dass die Lehrer ihr Bestes geben
aber es reicht für viele Schüler nicht.
Es können viele Schüler nach dem Schulende wenig deutsch,
und kaum lesen, schreiben und rechnen.
Sie bekommen keine Lehrstelle und müssen von Sozialhilfe leben.

Ein paar Tage später bekam sie einen Brief
vom Bildungs-Ministerium.
Zuerst wurde dieser Brief an die Schul-Aufsicht geschickt
und die haben ihm dann weitergeleitet.

Der Inhalt war ungefähr so:
Wenn sie wenig Ahnung hat,
soll sie in der Öffentlichkeit nichts sagen.

Andrea Walach sagt darauf, dass sie schon seit 40 Jahren
als Lehrerin arbeitet.
Davon ist sie 17 Jahre als Schul-Leiterin tätig.
Andrea Walach meint also,
dass sie viel Ahnung in diesem Bereich hat.

Der Kurier fragte im Bildungs-Ministerium nach,
ob der Schul-Leiterin wirklich verboten wurde, was zu sagen.
Sie konnten die Bildungs-Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek
aber nicht persönlich fragen.
Sie ist gerade in New York auf Dienst-Reise.
Aber ihre Kollegen haben geschrieben,
dass sie niemandem verbieten, etwas zu sagen.
Es ist im Bildungs-Ministerium bekannt, dass es Schulprobleme gibt.
Deshalb denken sie über Änderungen in der Schul-Politik nach.
Es wird auch überlegt, ob eine Ausbildungs-Pflicht
bis 18 Jahre eingeführt wird.
So soll eine längere Ausbildungs-Zeit
für Jugendliche ermöglicht werden.

Ein Mitarbeiter von der Lehrer-Gewerkschaft sagt,
dass es immer wieder passiert,
dass Schul-Leiter nicht die Wahrheit über die Probleme
an ihrer Schule erzählen dürfen.

Wenn die Schul-Leiterin, Frau Walach mit schweren Folgen
rechnen muss weil sie was gesagt hat,
will die Lehrer-Gewerkschaft vor Gericht gehen.

Auch der Vorsitzende von den Wiener Landes-Lehrern sagt,
dass die Probleme an der Neuen Mittelschule Gassergasse
ist kein Einzel-Fall.
Es gibt viele Schulen die Probleme haben.
Man spricht in der Öffentlichkeit nicht gerne über die Probleme.
Man muss aber über Probleme reden,
denn nur so kann man eine passende Lösung finden.

Beim Wiener Stadt-Schulrat sind die Probleme auch bekannt,
sie wollen gemeinsam mit der Schule eine Lösung finden.
Die Schul-Leiterin, Frau Walach, hat wieder Hoffnung für ihre Schule.

( kurier.at , sk ) Erstellt am 17.03.2016