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02.02.2018

Menschen stehen bei Rettungs-Einsätzen oft im Weg

In Österreich haben Rettungskräfte immer mehr Probleme mit Menschen, die ihnen im Weg stehen. In Niederösterreich gibt es dafür schon eine gute Lösung.

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Am 29. Jänner hatte eine 19-jährige Frau einen Unfall. Sie wurde von einem LKW überfahren und starb. Am Unfallort waren sehr viele Menschen, die Videos und Fotos mit ihren Handys gemacht haben. Dabei haben sie keine Rücksicht auf das Unfallopfer und die Rettungskräfte genommen. Beamte mussten die Leute verwarnen und dazu auffordern weiterzufahren. Danach wurde die Unfallstelle abgesperrt.

Zuseher bei solchen Unfällen, die die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit stören, werden „Gaffer“ genannt. Ein Rettungshelfer erzählt, dass es inzwischen normal ist, dass man bei Rettungs-Einsätzen von Gaffern gestört wird. Der Rettungshelfer sagt, dass es stört und ablenkt, wenn die Gaffer Fotos machen. Dadurch leiden dann die Unfallopfer.

Den bisher schlimmsten Fall gab es im Sommer im Jahr 2017. Da wurde eine schwangere 33-Jährige von einer Straßenbahn überfahren und ist gestorben. Der Helfer Matthias Gatterbauer war damals im Einsatz. Damals sind die Gaffer bis auf 30 Zentimeter an die Rettungskräfte herangekommen. Gatterbauer sagt, dass „jeder neugierig ist, aber man muss ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es eine Grenze gibt“. Gatterbauer sagt auch, dass sich die Rettungskräfte schon bevor sie bei der Unfallstelle ankommen, Gedanken über mögliche Gaffer machen.

In Wien verwendet die Berufsrettung schon lange Internetseiten wie Facebook dazu, um vor den Folgen von störenden Zusehern zu warnen. Auch die Wiener Polizei hat im Internet das Verhalten von Gaffern kritisiert. Kritik bedeutet, jemand sagt seine Meinung zu einer Sache oder einer Person.

Vor ungefähr einem Jahr haben Gaffer in Niederösterreich ein Opfer bei einem Fenstersturz fotografiert und gefilmt. Die Feuerwehr hat dann einen Sichtschutz für 800 Euro aufgestellt. Seitdem wird der Sichtschutz oft verwendet. Der Sprecher von der Feuerwehr in Niederösterreich, Richard Berger sagt, dass sie damit gute Erfahrungen gemacht haben. Die Autofahrer fahren vorsichtiger und sie bleiben nicht mehr stehen, um Fotos zu machen. Davor ist es vorgekommen, dass Gaffer Fotos gemacht haben, obwohl der Rettungs-Einsatz noch nicht beendet war. Die Wiener Feuerwehr möchte den Sichtschutz im Moment noch nicht verwenden, vielleicht aber in Zukunft.