Einfache Sprache
03.05.2018

Korneuburg: Ein Hund geht zur Schule

In der Volkschule II in Korneuburg werden die Schüler der 4b jeden Freitag von dem Schulhund Esprit besucht.

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Der Schulhund „Esprit“ besucht jeden Freitag
die 17 Schüler der 4b in der Volkschule II in Korneuburg.
17 Mal hintereinander ruft ein Kind nach dem anderen „Esprit“.
Er kommt immer angelaufen und holt das Leckerli
aus den kleinen Händen der Schüler.
Seit dem Beginn von diesem Schuljahr kommt Esprit
1 Mal in der Woche für 3 Stunden in die 4b.

Die Begrüßung gehört zum wöchentlichen Ritual dazu.
Danach haben die Schüler die Möglichkeit,
verschiedene Kommandos mit dem Hund zu probieren.
Zum Beispiel Sitz, Platz, oder Pfote.
Sogar zum Springen kann er gebracht werden.
Dann stellen die Kinder sich nebeneinander,
und bilden mit ihren Händen einen Tunnel.
Esprit läuft dann durch den Tunnel.

Danach geht der Unterricht ganz normal weiter.
Während die Schüler lernen, läuft Esprit
zwischen Tischen herum, und lässt sich streicheln,
oder legt sich zu den Füßen der Schüler.
„Man merkt, dass die Schüler mit besonderer Freude
in die Schule kommen, aber vor allem, dass sie
konzentrierter arbeiten können, wenn der Hund da ist“,
sagt die Lehrerin der 4b Lisa Wagner.
Besonders Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen
werden in diesen Stunden sehr stark geschult, sagt Wagner.

Einfluss von Tieren auf Schulkinder
Harald Mandl von der Pädagogischen Hochschule sagt,
dass Forscher beweisen konnten,
dass Hunde die sozialen Kontakte in Klassen fördern.
Mandl sagt auch, dass Kinder dadurch eine gute
Beziehung zu dem Tier entwickeln und besser lernen können.

Es ist allerdings nicht jeder Hund als Schulhund geeignet.
Esprit wurde schon als Welpe mit in die Schule genommen
und hat sich so von klein auf an die Kinder, den Lärm
und die Gerüche in Schulen gewöhnt.
Außerdem verbringen Lisa Wagner und Esprit
100 Trainingsstunden am Hundeplatz,
zu Hause wird auch ständig geübt.

Länger als 3 Stunden schafft es Esprit
in der Klasse trotzdem nicht.
Nach den 3 Stunden wartet Esprit bei der
Direktorin Andrea Zöchling auf den Schulschluss.
Andrea Zöchling war von Anfang an für das Projekt.
Sie war sehr erleichtert, als vom Landesschulrat das Okay kam.
„Die Resultate sind sehr positiv.
Wir weiten das Projekt bis Schulschluss auf die gesamte Schule aus.
Esprit wird in jeder Klasse eine Stunde zu Besuch sein“, sagt sie.

Zöchling sagt außerdem: „Esprit ist bereits ein Star in unserer Schule.
Alle Kinder freuen sich, dass sie ihn
in einer Schnupperstunde demnächst kennen lernen dürfen“.
Seit dem Jahr 2010 wurden in Eisenstadt
150 Hunde als Schulhunde zugelassen.
Auch den Schülern der 4b scheint es zu gefallen.
Der 10-jährige Timo streichelt Esprit, während er lernt.
Er sagt: „Ich finde es gut, dass er jeden Freitag da ist.
Ich kann mich besser konzentrieren“.