Einfache Sprache
31.10.2018

Kinder kommen immer früher in die Pubertät

Die Pubertät beginnt bei Kindern immer früher. Wann die Pubertät einsetzt, wird von verschiedenen Dingen beeinflusst.

Link zum Original-KURIER-Artikel

Die Pubertät ist ein Teil vom Heranwachsen.
Während der Pubertät entwickelt sich die Geschlechts-Reife.
Wenn sie abgeschlossen ist, können Männer
Kinder zeugen und Frauen Kinder bekommen.
In dieser Zeit werden vom Körper
besonders viele Hormone produziert.
Das ändert die Gefühle und auch der Körper ändert sich.
Die Pubertät tritt bei Kindern aber immer früher ein,
vor allem bei Mädchen.

In der Pubertät schüttet das Gehirn Hormone aus, damit die
Geschlechts-Organe wachsen und funktionstüchtig werden.
Wann es dazu kommt, liegt zum Teil an den Genen.
In den Genen befindet sich das Erbgut von einem Menschen.
Im Erbgut befinden sich alle Informationen
über die Eigenschaften von einem Menschen.
Wann die Pubertät einsetzt, wird auch
von der Umwelt beeinflusst,
zum Beispiel durch Übergewicht und Stress.

Tierversuche zeigen, dass ein hohes Gewicht
meistens dazu führt, dass die Pubertät früher beginnt.
Kinder, die nach der Geburt zu schnell Gewicht
zunehmen, können dadurch früher in die Pubertät kommen.
Kinder, die erst später in ihrer Kindheit zunehmen,
sind meistens nicht betroffen.
Magersucht bewirkt das Gegenteil für die Reife.
Wenn der Körper zu wenige Nährstoffe bekommt,
kann es zu einer Verzögerung von der Pubertät kommen.

Zu viel Stress kann wiederum
zu einer früheren Pubertät führen.
Durch Stress stellt sich der Körper nämlich
früher darauf ein, ein Kind zu bekommen.


Zu einer früheren Pubertät
führt auch die Chemikalie Bisphenol A.
Bisphenol A wird mit "BPA" abgekürzt.
BPA ist eine Chemikalie, die nicht in der Natur vorkommt.
Chemikalien sind Stoffe, die in Fabriken
oder im Labor hergestellt und benutzt werden.
BPA ist einer von den Stoffen,
die weltweit am meisten hergestellt werden.
Weil es in so vielen Produkten enthalten ist, kann man
BPA bei fast allen Menschen im Urin und im Blut finden.
BPA befindet sich zum Beispiel in Produkten wie
Baby-Schnullern oder in Plastikflaschen.

Tierversuche zeigen, dass dieser Stoff nicht gut für
die Fortpflanzungs-Organe und das Abwehr-System der Menschen ist.
Das Abwehr-System schützt den Körper vor Krankheiten.

Wenn die Pubertät zu früh eintritt, hat das Folgen.
Kinder, die davon betroffen sind, haben ein höheres Risiko,
dass sie eine psychische Erkrankung entwickeln.
Mädchen, die früher in die Pubertät kommen, haben zum
Beispiel ein höheres Risiko, Depressionen zu bekommen.
Menschen, die Depressionen haben,
sind oft traurig und fühlen sich schlecht,
auch wenn es keinen eindeutigen Grund dafür gibt.

Kindern, die unter 9 Jahre alt sind und nicht gut
mit der Pubertät klarkommen, kann man mit Medikamenten helfen.
Es gibt eine Spritze, die alle 4 Wochen gegeben wird.
Mit dieser Spritze kann die Pubertät gestoppt werden.
Wenn die Pubertät schon mit 8 Jahren anfängt und nicht behandelt wird,
kann es zu Problemen mit der Körpergröße vom Kind kommen.
Das Wachstum vom Kind kann dadurch schon sehr früh aufhören.