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08/24/2020

Top-Drei für die T. Roosevelt „Library“

Für 13 US-Präsidenten gibt es bereits „Bibliotheken“. Eine für Barack Obama ist im Bau. Bald soll es auch eine T. Roosevelt „Library“ geben. Ein würdiges Museum, für dessen Design drei Top-Büros im Rennen sind: Snøhetta, Henning Larsen und Studio Gang.

Theodore Roosevelt soll gesagt haben: „Ohne meine Erfahrungen in North Dakota wäre ich niemals Präsident geworden.“ Vor allem im genannten US-Bundesstaat an der kanadischen Grenze hört man dieses Zitat gern. Und ebendort soll T. Roosevelt nun ein neues Denkmal gesetzt werden: Eine „Presidential Library“, wie es sie inzwischen auch für 13 andere ehemalige US-Präsidenten gibt. Nicht, dass es bislang keine musealen Gedenkstätten für den gebürtigen New Yorker gäbe, der von 1901 bis 1909 die US-amerikanische Geschichte prägte. Doch in den berühmten Badlands will man eine besondere Hommage schaffen. Und die Entwürfe der drei Finalisten des entsprechenden Wettbewerbs garantieren, dass dies auch gelingt.

Snøhetta, Henning Larsen & Studio Gang

Was die drei international hoch renommierten Architekturbüros Snøhetta, Henning Larsen (siehe auch Beitragsbild) und Studio Gang für das Projekt designt haben, wurde Mitte August präsentiert. Unweit des Theodore Roosevelt Nationalparks, in der Stadt Medora, bei der das Monument entstehen soll. Die endgültige Entscheidung wird nicht leicht. Denn alle drei Konzepte sind beeindruckend. Und alle drei entsprechen den Vorgaben der Theodore Roosevelt Presidential Library Foundation.

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„Wir lassen uns von drei Säulenprinzipien leiten: Bewahrung, Führung und Bürgerschaft. Sie bilden die Grundlage für alles, was wir zu tun beabsichtigen“, betont Foundation-Geschäftsführer Edward f. O’Keefe. Und er erklärt: „Wir wollen, dass jeder Besucher die Rolle der Natur als erneuernde Kraft im Leben von T.R. versteht. Und dass jeder von uns die Veränderung sein kann, die wir in der Welt sehen wollen“.

Verbindendes Wahrzeichen

Der Neubau werde nicht einfach eine „Box mit Artefakten hinter Glas“ sein, sondern „eine Erfahrung“. Wie auch andere, bereits bestehende Presidential Libraries soll auch diese nicht nur Museum, sondern Gemeinschaftszentrum und Wahrzeichen in einem werden.

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Das Team von Henning Larsen und Landschaftsarchitekt Nelson Byrd Woltz folgte Roosevelts eigenen Routen quer durch die Vereinigten Staaten, um den Standort des Projekts zu besichtigen. Die dabei entwickelte Vision wurzelt im Umland und der Gemeinschaft, die Roosevelt vor Ort lieben lernte. Das Design soll Landschaft und Gebäude zu einem lebendigen System verbinden.

Pfad durch Roosevelts Leben

Bei Henning Larsen besteht das Gebäude aus vier Baukörpern. Diese ragen von der Kuppe aus nach oben weisen jeweils formalen Bezug zur Geographie der Badlands auf. Mit dem Turm (dem „Legacy Beacon“) als Wahrzeichen wird die Bibliothek zur fließenden Schwelle zum Theodore-Roosevelt-Nationalpark. Die vier Blöcke sind durch einen unterirdischen Erzähl-Pfad verbunden, der Roosevelts Vermächtnis präsentiert.

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Vom Foyer führt ein schräger, spiralförmiger Weg hinunter zur Ausstellungsebene. Dort bildet eine Feuerstätte den Beginn des Pfades: Wie es Theodore Roosevelt seinerzeit gefallen hätte, sollen Besucher hier zusammenfinden. Der Pfad selbst ist nicht nur eine Ausstellung über Leben und Werk. Er fungiert auch als Schaufenster zur Landschaft. Jede Phase der Schau wird von einem Raum unterbrochen, der einen anderen Aspekt der Umgebung überblickt.

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Auch Studio Gangs Entwurf behandelt Architektur und Landschaft als symbiotisch. Das Ziel: Passive und aktive „grüne“ Strategien sollen in den rauen Badlands ein klimaneutrales Bauwerk schaffen.

Gang Studios „grüner“ Plan

Zudem integriert das Design einen Umweltplan für das gesamte Gelände. Dieser soll die Ökosysteme der Umgebung heilen und erneuern. Damit wollen Studio Gang und OLIN Landschaftsarchitekten die Theodore Roosevelt Library zum Modell vorteilhafter Koexistenz von Mensch, Wildtier und Landwirtschaft gestalten.

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Wie eine der von Wind und Wasser geformten Felsformationen der Badlands thront Studio Gangs Design in der Landschaft.

Drei Hufeisen mit Ausblick

Das Gebäude besteht aus drei hufeisenförmigen Elementen. Jedes beherbergt andere Funktionen und bezieht die dramatische Umgebung ein. Geschützte Gärten und Terrassen, die Ausblick auf die Landschaft bieten, sollen lokale Flora präsentieren und Wildtieren Lebensraum bieten.

Im Herzen des Gebäudes kippen die drei Hufeisen nach oben. Sie bilden einen kuppelförmigen zentralen Raum. Von dort aus sollen alle Bereiche der Bibliothek eingesehen und erkundet werden können.

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Bei Snøhetta wird die Theodore Roosevelt Bibliothek zu einer Art Streifzug durch die Landschaft. Kleine Pavillons unterbrechen diese Reise und bieten Raum für Reflexion und Aktivität. Das sanft abfallende Dach des Museums blickt nach Nordosten über den Nationalpark, historische Schauplätze am Little Missouri River und das ferne Areal von Roosevelts Elkhorn Ranch.

Fenster zu Roosevelts Erbe

Das Hauptgebäude erhebt sich aus dem Fels und folgt den Formen der Badlands. Vom Dach aus sollen Besucher beeindruckende Aussicht genießen können. Im Inneren der Bibliothek eröffnen große Fenster den Blick auf historisch bedeutsame Landschaften, um die interaktiven Ausstellungen zu bereichern. Eine große, überdachte Veranda bietet in diesem Konzept ganzjährig Platz für Veranstaltungen.

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Zudem sieht Snøhetta einen Rundweg mit Pfaden vor, die an den nahen Maah Daah Hey Trail und mehrere kleine Pavillons anschließen. Dieser soll Theodore Roosevelts Krisen und Erfolge im Dialog mit der Landschaft spürbar machen. Die Architekten wollen für den Neubau lokale, erneuerbare Materialien verwenden und in der Region neue Standards für nachhaltiges Design setzen.

Stiftung auf Sponsorensuche

Lokale Medien wie North Dakotas wichtigste Tageszeitung „Grand Forks Herald“ rufen ihre Leser auf, ihre Stimme für einen der drei finalen Entwürfe abzugeben. Wann die Entscheidung tatsächlich fallen wird, ist noch offen.

Ebenso, wie die Finanzierung des Projekts: 2019 genehmigte der Bundesstaat zwar 50 Millionen Dollar für die Errichtung der Theodore Roosevelt Presidential Library. Doch diese Zusage gilt nur, wenn die Stiftung bis zum Beginn der Legislaturperiode im Jänner 2021 stolze 100 Millionen an privaten Spenden sammeln kann.

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Wie der „Grand Forks Herald“ berichtet, hält sich die Foundation diesbezüglich noch bedeckt. Allerdings zitiert das Blatt Geschäftsführer O’Keefe: „Ich kann mit Zuversicht sagen, dass die T.R.-Bibliothek die 100 Millionen Dollar aufbringen wird“. Die Enthüllung der spektakulären Entwürfe soll helfen, potenzielle Sponsoren zu motivieren. Ebenso, wie das Renommee der Architekturbüros, die sie für Theodore Roosevelts Library konzipierten.

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Immerhin wurde Studio Gang Gründerin Jeanne Gang 2019 vom TIME Magazine als eine der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten geehrt. Ihr preisgekrönter „Aqua Tower“ in Chicago gilt als das bisher höchste, von einer Architektin designte Gebäude.

Finale der Star-Architekten

Das Osloer Büro Snøhetta ist berühmt für viele außergewöhnliche Bauten. Dazu zählt beispielsweise Europas erstes Unterwasser-Restaurant „Under“. Und auch das dänische Studio Henning Larsen ist für preisgekrönte Projekte und nachhaltige Strategien bekannt.

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Auch dass die Stiftung das rund 202.000 Quadratmeter umfassende Gelände für die T. Roosevelt Library erst noch erwerben muss, sieht O’Keefe nicht als Problem. Aktuell befindet sich das zweieinhalb Kilometer von Medoras Zentrum entfernte Areal im Besitz des U.S. Forest Service. Ein Gutteil davon ist an Viehzüchter verpachtet, die es als Weiden nutzen. Nichts desto trotz plant die Foundation, den Spatenstich für die Theodore Roosevelt Presidential Library bis Ende 2021 vorzunehmen.

Projekt nach T. Roosevelts Motto

O’Keefes liebstes T. Roosevelt Zitat lautet: „Tu, was du kannst, mit dem, was du hast, wo du bist". Beseelt von diesem Leitsatz, soll die Bibliothek 2024 oder 2025 eröffnet werden. Spätestens dann soll sie dem ehemaligen Gouverneur von New York und 26. Präsidenten der USA, der gern in North Dakota weilte, alle Ehre machen.

Die Idee, Papiere und Effekten des US-Präsidenten öffentlich zugänglich zu machen, stammt übrigens von Franklin D. Roosevelt. Also vom 32. Präsidenten der USA und Ehemann von Theodore Roosevelts Nichte Eleanor. Seinem Vorschlag folgten Gesetze zur öffentlichen Aufbewahrung von Dokumenten und das präsidiale Bibliothekssystem.

Text: Elisabeth Schneyder Bilder: Henning Larsen, MIR, Portraits To Be Built, Studio Gang, Moare/Snøhetta

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