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11/10/2020

Textil eingesponnen

Das Texoversum in Deutschland bildet mit seiner textilen Fassade aus Carbonfaser eine Leistungsschau für die Querschnittstechnologie Textil.

Textile Forschung im Innen wie im Außen: Am Neubau für die Hochschule Reutlingen setzen spezialisierte Architekturbüros und Experten im Team eine Fassade aus Kohlenstoff- und Glasfasern um. Das Texoversum ist somit gleichzeitig Leistungsschau und Lehr-, Forschungs- und Innovationszentrum für die Querschnittstechnologie Textil.

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Das architektonische Konzept des Trios – Allmann Sattler Wappner Architekten, Menges Scheffler Architekten und Jan Knippers Ingenieure – basiert auf einer vielfältigen Auseinandersetzung mit dem Thema textiles Bauen. So spiegelt sich das Entwurfsthema sowohl strukturell in der internen Verwebung der Funktionen wider als auch in der identitätsstiftenden Gebäudehülle.

„Robotischer Wickelprozess” mit Carbonfaser

Die einzigartige, den Angaben zufolge „erstmalig so umgesetzte Fassade aus Kohlenstoff- und Glasfasern repräsentiert die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit faserbasierter Werkstoffe und textiler Techniken”. In einem robotischen Wickelprozess kann jedes einzelne Fassadenelement individuell an die Erfordernisse der Nutzung angepasst werden.

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Ausgehend von drei Basismodulen transformieren sich die Elemente entsprechend dem Sonnenverlauf und bilden ein vielschichtiges Erscheinungsbild. Sie sind komplett selbsttragend. Und ihre versetzte Anordnung erlaubt freie Durchblicke. Im Vordergrund aber steht der Aspekt ressourceneffiziente Architektur.

Split-Level-Gebäude

Die Elemente aus faserbasierten Werkstoffen wirken filigran und kraftvoll zugleich. Neben funktionalen Anforderungen der Absturzsicherung und des außenliegenden Sonnenschutzes erfüllt die Fassade ästhetische und repräsentative Ansprüche als Impulsgeber für die Technologie Textil im Bau, wie es heißt.

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Das Entwurfsthema Durchlässigkeit und Vernetzung setzt sich in der Konzeption des Baukörpers am Rande des Campus Reutlingen fort. In der inneren Struktur ist das vom Arbeitgeberverband Südwesttextil gespendete Texoversum als offenes, transparentes Gebäude mit Split-Leveln gestaltet. Ein Split-Level-Gebäude ist nicht klassisch in zwei oder drei Stockwerke, sondern in Ebenen unterteilt. Diese sind zueinander um eine halbe Geschosshöhe versetzt und im Regelfall durch offene Treppen miteinander verbunden.

Kommunikativ

Diese Bauweise schafft eine gemeinschaftliche und kommunikative Arbeitsatmosphäre für die unterschiedlichen Nutzergruppen. Denn die halbgeschossig versetzten Ebenen im Texoversum verbinden die unterschiedlichen Nutzungsbereiche. Sie bilden ein räumliches, fließendes Kontinuum, das in einer großzügigen Dachterrasse seinen Abschluss findet.

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Die Art dieser textilen Fassade kam bislang nur bei Tragwerksstrukturen für Pavillons zum Einsatz. Ein Beispiel dafür ist der Pavillon der Institute von Achim Menges (ICD) und Jan Knippers (ITKE) der Universität Stuttgart, der auf der Bundesgartenschau in Heilbronn in 2019 aufgestellt wurde. Auch dort wurde in einem robotischen Fertigungsprozess die Tragkonstruktion aus Glasfasern und Kohlenstofffasern errichtet.

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Das Erscheinungsbild des Texoversum ist mit den Industrieestrich- und Sichtbetonflächen sowie der offen installierten Technikdecke an einen robusten Werkstattcharakter angelehnt.

Think-Tank-Flächen

Das Texoversum soll im Herbst 2022 eröffnen. Es soll auch als Innovationszentrum, als Ort für den fachlichen Austausch dienen – nicht nur für Studierende, Entwickler und Forscher, sondern auch für Unternehmen, Gründer und Investoren.

Auf einer Fläche von fast 3.000 Quadratmetern wird das Texoversum Werkstätten, Labore, die international renommierte Sammlung historischer Stoff- und Gewebeproben der Hochschule Reutlingen, multifunktionale Flächen für Forschung und Entwicklung sowie diverse Unterrichtsräume beherbergen.

Für Bodo Th. Bölzle, Präsident von Südwesttextil, ist das Texoversum eine „hybride Zukunftswerkstatt”. Auch Trendscouts und Entwickler aus anderen Technologiesparten (Automotive, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, …) sollen dort eine Anlaufstelle finden.

Text: Linda Benkö Renderings: Grauwald Studio Berlin / Allmann Sattler Wappner Architekten, Menges Scheffler Architekten; Jan Knippers Ingenieure

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