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08/31/2020

Stavanger übt sich in paradiesischer Stadtplanung

Die norwegische Stadt Stavanger erhält einen neuen Verkehrsknotenpunkt – mit einem Wohnblock, neuen Handelsflächen und einem Bürohaus. Der Masterplan für die Stadtplanung Paradis stammt von Ghilardi + Hellsten.

Wenn ein Stadtteil Paradis heißt, norwegisch für „Paradies”, versteht es sich quasi von selbst, dass man bei städtebaulichen Veränderungen behutsam vorgeht. Das Paradies will schließlich erhalten bleiben. In dem Fall befindet es sich in der norwegischen Stadt Stavanger. Der Bezirk Paradis wird nach einem Masterplan von Ghilardi + Hellsten einer flotten Stadtentwicklung unterzogen, die vor allem auch den Verkehr reduzieren soll.

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Einziges Erdölmuseum Europas

Wer's gern kühl – auch im Sommer – mag, Fjordlandschaften liebt und einen Hang zur Erdölindustrie hat, der wird Stavanger lieben. Mit ca. 130.000 Einwohnern ist Stavanger die viertgrößte Stadt Norwegens. Sie ist bekannt als Norwegens Erdöl-Metropole und bietet konsequenterweise als touristisches Highlight das angeblich einzige Erdölmuseum Europas. Seine Architektur erinnert an eine kleine Bohrplattform und ist ein Wahrzeichen der Stadt, insbesondere vom Wasser aus. Aber, rund um Stavanger finden sich zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten.

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Die Region um Stavanger ist voller Naturschönheiten – der Lysefjord, der Solastrand und der weltberühmte Preikestolen (Felskanzel) sind nur einige von ihnen. Die langen, ursprünglichen Strände der nahe gelegenen Küste von Jæren laden zum Spazierengehen ein.

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Aber auch die Stadt selbst kann noch mit weiteren Blickfängen aufwarten: Der Dom in der Stadtmitte ist ein historisches Juwel aus dem 12. Jahrhundert. Die Einkaufsstraße Øvre Holmegate bietet weit mehr als nur Shopping, alle Häuser hier sind in einer ausdrucksstarken Farbe bemalt.

Paradis: Stadtplanung am Meer

Durch seine Lage am Meer war Stavanger schon immer eine internationale Stadt. Mitte des 17. Jahrhunderts wurden bei einem Brand leider große Teile des mittelalterlichen Zentrums zerstört. Aber die heutige Altstadt „Gamle Stavanger“ wurde weitgehend restauriert und mehr als 170 denkmalgeschützte Holzhäuser aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert bilden eine der am besten erhaltenen Sammlungen von Holzhäusern in Nordeuropa.

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Nun wandelt sich die Gegend rund um den Bahnhof Paradis zu einem neuen Knotenpunkt der Stadt. Paradis liegt südlich des Zentrums von Stavanger zwischen den Bezirken Våland und Storhaug, direkt am Wasser. Das macht die städtebauliche Gestaltung besonders interessant.

2019 wurde der Architektenwettbewerb für die Neugestaltung ausgeschrieben, das norwegische Architekturbüro Ghilardi + Hellsten ging als Sieger daraus hervor. Unter den internationalen Archikturbüros, die mit ihren Projekten viel Aufsehen erregen, finden sich auffallend viele skandinavische, etwa Henning Larsen, Snøhetta oder BIG.

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Drei neue Baukörper in Paradis

Der Stadtverwaltung ist „die ganzheitliche Herangehensweise” wichtig. Daher lege man einen klaren Fokus auf viel Grün, guter Anbindung an die Bezirke Hillevåg, Storhaug und Eiganes-Våland sowie Öffnung für die Bevölkerung. Paradis ist eines der wenigen großen Entwicklungsgebiete mitten im Zentrum von Stavanger. Die einzigartige Lage des Projekts am Meer mit ihrem speziellen Charakter und der Identität der Umgebung will man unbedingt berücksichtigen.

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Das Projekt besteht aus drei neuen Gebäuden: einem Bahnhofsgebäude mit Flächen für den Handel und für Bildungsinstitutionen, einem Wohnblock mit rund 1.000 Einheiten sowie einem modernen, zukunftsorientierten Bürogebäude auf dem Areal des ehemaligen Frachten-Terminals. Das Office soll bis zu 5.000 Menschen einen neuen Arbeitsplatz bieten.

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Paradis: Etwa 10 Jahre Bauzeit

Die Stadtverwaltung geht bei einem „so umfangreichen Stadtentwicklungsprojekt” von rund 10 Jahren Bauzeit für alle Teile aus. Vor dem neuen Bahnhofsgebäude ist ein großer öffentlicher Platz vorgesehen. Die Bus-Fahrbahnen und die Bahnsteige wurden neu gegliedert, der Zugang für die Menschen bis zur Mitte der Bahnsteigebene geöffnet. Insgesamt erhalten Fußgänger, Radfahrer und der Öffentliche Personennahverkehr einen höheren Stellenwert, wie es heißt. Man will die Abhängigkeit vom Pkw reduzieren.

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Pendler und Fahrgäste können dann mühelos durch das Erdgeschoss und hinunter zu den Bahnsteigen gelangen, weil der Hauptkörper des Gebäudes über die Eisenbahn auskragt. Durch diese Verschiebung entsteht Sichtkontakt zwischen der Straßenebene und den Zügen. Als erstes wird der neue Geh- und Radweg mit einer Brücke über Nesttunveien und Bybanen realisiert.

Aufgrund der Lage in Wassernähe hat das Büro Ghilardi + Hellsten eine terrassenförmige Anordnung vorgeschlagen. So erzielt man ein Maximum an natürlicher Sonneneinstrahlung und Panoramasicht. Bei der Planung wurde darauf Rücksicht genommen, dem neuen Bürogebäude und den zweigeschoßigen Nachbargebäuden kein Licht wegzunehmen.

Text: Linda BenköVisualisierungen: Ghilardi+Hellsten Arkitekter SA, Tegmark, PiksFotos: gettyimages, Carlos Delgado

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