Chronik | Wien 25.12.2011

Zwei Überfälle in Wiener Innenstadt

Brutale Räuber schlugen bei einem Wiener Juwelier, im Postamt und auf Tankstellen zu.

Keinen Weihnachtsfrieden gab es für ein Wiener Geldinstitut und einen Juwelier kurz vor dem Heiligen Abend. Beide wurden am Samstag fast zur gleichen Zeit ausgeraubt. Das erste Opfer war ein Juwelier am Parkring nahe dem Stadtpark. Exakt um 9.05 Uhr blickte er in die Pistolenmündung eines Räubers. Dieser forderte in akzentfreiem Deutsch: „Machen Sie den Tresor auf.“ Inzwischen drängte ein zweiter Täter in das kleine Geschäft und verpasste dem 28-jährigen Juwelier einen Faustschlag ins Gesicht. Während ein Täter den Schmuck aus dem Tresor an sich raffte, plünderte der Komplize drei Verkaufsvitrinen im Geschäft. Die Täter nahmen nur Goldschmuck. Uhren und andere Pretiosen ließen sie liegen.

Beide Räuber waren maskiert und trugen Handschuhe. „Der Juwelier hat die Täter nicht verfolgt, sondern gleich die Polizei gerufen,“ erklärte Regina Steyrer von der Bundespolizeidirektion Wien. Das Opfer wurde im Krankenhaus ambulant versorgt. Die anschließende Befragung des Mannes durch die Polizei gestaltete sich schwierig, weil er unter schwerem Schock stand.

Die Polizei ist auf der Suche nach einer möglichen Zeugin, die sich kurz vor dem Raub nach einer Uhr erkundigte. Die Frau wird gebeten sich zu melden ( Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Ost, Tel.:01-31310- 62800). Sie hat blondes Haar, ist 1,70 bis 1,75 Meter groß, 30 bis 40 Jahre alt und war mit einem grauen Pelzmantel bekleidet.

Weiterer Raub

Nur wenige Minuten später, exakt um 9.18 Uhr, heulte im Postamt in der Krugerstraße die Alarmsirene. Ein mit einem Schal maskierter Mann war ins Amt gekommen, und erklärte unmissverständlich: „Ich will nur Geld.“ Er sprach sehr gutes Hochdeutsch und könnte nach Vermutung der Postbediensteten aus Deutschland stammen.

Zur Untermauerung seiner Forderungen drohte er mit einer langläufigen, schwarzen Faustfeuerwaffe. Die beiden Postbediensteten händigten einen Geldbetrag in vierstelliger Höhe aus. Der Täter war ungefähr 1,80 Meter groß, trug eine grüne Winterjacke, eine schwarze Hose und eine Wolljacke.

Tirol

Der Täter konnte flüchten.
© Bild: apa

Erfolgreich war die Polizeifahndung Freitagabend dank des Neuschnees in Innsbruck. Dort hatte ein vorerst unbekannter Täter innerhalb weniger Minuten zwei Tankstellen überfallen. Mit einem Schraubenzieher bewaffnet forderte der Täter Geld und bekam es auch in einem Fall. Frische Fußspuren führten die Polizei in den Hinterhof eines Wohnhauses. Ein 33 Jahre alter Kroate wurde verhaftet. Er legte ein Geständnis ab: Schulden waren sein Motiv

( Kurier ) Erstellt am 25.12.2011