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OGH

Zehn Jahre Haft für Bandenchef

Sehr aktive Dämmerungseinbrecher fassten Höchststrafe aus. Kriminalisten begrüßen "Signal der Justiz".

von Wilhelm Theuretsbacher

12/11/2013, 06:00 AM

Da staunten selbst altgediente Kriminalisten: Der Oberste Gerichtshof und das Oberlandesgericht Wien bestätigten ein Urteil gegen eine Einbrecherbande, in dem der Bandenchef zehn jahre Haft ausfasste und die Komplizen ebenfalls langjährige Haftstrafen bekamen. Die Polizei wertet dieses Urteil – gerade rechtzeitig zur beginnenden Saison der Dämmerungseinbrüche – als klares Signal gegen die ausufernde Eigentumskriminalität.

Funküberwachung

Im Jahr 2011 verdoppelte sich plötzlich die Fälle von Einbrüchen in Wien. Gleichzeitig gelang es der Funküberwachung, einige dubiose Funksprüche von Handfunkgeräten aufzufangen und zu lokalisieren. Die Funksprüche hörten zwar schlagartig wieder auf, doch die Kriminalisten Gruppe Winkler vom Kriminalkommissariat West hatten erste Hinweise. Nach vier Monaten intensiver Fahndungstätigkeit konnten sie eine Tätergruppe mit fünf Serben und einem deutschen Anführer enttarnen.

Die Bande hatte Bunkerwohnungen gemietet.Durchschnittlich wurde zwei Tage spioniert und am dritten Tag jeweils in den Abendstunden zugeschlagen. 112 Tatorte konnten ihnen zugewiesen werden.

Bei einem Einbruch erbeuteten sie 40 Sparbücher im Wert von einer Million Euro. Auch zwei wertvolle Bratschen mit einem Alter von 150 bis 200 Jahren ließen sie mitgehen. Bei ihrer Verhaftung wurde 1200 Beutegegenstände sichergestellt.

Bei Gericht zeigten sie sich nicht kooperativ. Ein Täter legte als Alibi ein manipuliertes Foto vor, das ihn bei einer Hochzeitsfeier in Serbien zeigen soll. Auch ein 80-jähriger serbischer Arzt sollte als Zeuge ein Alibi bringen.

Der Strafprozess, der öffentlich kaum wahrgenommen wurde, endete im Jänner mit einem Sensationsurteil: Zehn Jahre für den Haupttäter, neuneinhalb Jahre für den Stellvertreter und dreieinhalb bis viereinhalb Jahre für die weiteren Komplizen.

Instanzenweg

Das war ihnen zu viel, sie schöpften alle Instanzenwege aus. Doch nun wurde vom Obersten Gerichtshof die Nichtigkeitsbeschwerde abgewiesen. Das Oberlandesgericht Wien bestätigte die Strafhöhen und legte in einem Fall noch ein halbes Jahr drauf. Die Kriminalisten freut es: „Das ist eindeutig ein Signal der Justiz, das zeigt, dass es mit drei Tagen Fernsehverbot nicht geht.“

Übrigens: Nach der Verhaftung der Bande haben sich die Fälle von Einbrüchen in Wien wieder halbiert.

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