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Chronik Wien WohnKURIER
09/01/2019

Gemeinsames Gartln verbindet

Einblicke ins Grüne: Nachbarn schließen sich zusammen, um gemeinsam einen Garten zu pflegen.

An den selbstangebauten Cherrytomaten riechen, Salat aus den hauseigenen Gurken machen und Freude beim Kräuterzupfen verspüren: Ein eigener Gartner ist für viele ein Traum. Wahr kann dieser nun für Bewohner in den Gemeindebauten Wiens werden. Denn die Stadt unterstützt das gemeinsame Gartln.

Der Garten verbindet

Es waren ursprünglich Bewohner des Robert-Uhlir-Hofs im zweiten Wiener Gemeindebezirk, die sich mit der Bitte an einen eigenen Garten an die Stadt Wien gewandt hatten. Die Serviceeinrichtung wohnpartner, die sich im Auftrag der Stadt Wien um Gemeinwesen, Konfliktarbeit und Vernetzung im Gemeindebau kümmert, hat bei dem Vorhaben unterstützt. Der Spatenstich für den ersten gemeinschaftlichen Garten erfolgte 2014. Mittlerweile gibt es 338 mobile Beete in Gemeindebauten und zwölf Gemeinschafts- und Nachbarschaftsgärten.

Gemeinsames Garteln im Gemeindebau bringt die Menschen zusammen – und das ist auch der Sinn dahinter. „Ein Gemeinschaftsgarten im Gemeindebau ist eine bewährte Methode, bei der nicht nur die Flora, sondern auch die Nachbarschaft aufblüht. Das Garteln stärkt den Zusammenhalt und bringt Bewohner unterschiedlicher Herkunft und Generationen zusammen“, sagt wohnpartner-Leiter Josef Cser. Damit will wohnpartner in Kooperation mit den Mietern präventiv nachbarschaftlichen Unstimmigkeiten vorbeugen.

Das eigene Grün

Gurken, Pfefferoni, Salat, Kohlrabi und Knoblauch wohin das Auge reicht. Hobbygärtner Michael Roser ist glücklich. „Ich wollte immer schon einen Garten haben. Dass es gleich 600 Quadratmeter für meine Gartengruppe und mich wurden, ist wie ein wahrgewordener Traum.“ Gemeinsam mit neun anderen Nachbarn pflanzt Roser im Döblinger Rudolf-Sarközi-Hof Gemüse an. Wer wie Michael Roser einen gemeinschaftlichen Garten im Gemeindebau gründen will, sollte mit der Idee in eines der wohnpartner-Lokale kommen. Denn: um eine Genehmigung für einen eigenen Garten zu bekommen, ist einiges zu tun. So muss etwa bei größeren Gemeinschaftsgärten ein Verein gegründet werden. Es gibt aber auch kleinere Gartenformen – wie etwa „Mobile Beete“. Hierbei werden die mobilen Beete kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Pflanzen steuern dann die Bewohner bei.

Gemeinschaftsgärten sind größere, umzäunte und von mehreren Mietern gemeinschaftlich genutzte Flächen, auf denen auch Obst und Gemüse angebaut werden darf. Die Dimension orientiert sich an der Größe der Wohnhausanlage, dem Platzangebot und der Zahl der interessierten Bewohnern. wohnpartner unterstützt bei der Gruppenbildung und begleitet in der Anfangsphase. Die Mieter gründen einen Verein und schließen mit Wiener Wohnen eine Nutzungsvereinbarung ab.

Unterstützt von der ersten Idee über Kosten und Förderungsmöglichkeiten bis hin zum fertig gestalteten Nachbarschaftsgarten. Die wohnpartner-Mitarbeiter stehen Gemeindebaubewohnern bei allen Fragen rund um das Thema Garteln zur Seite. Wenn auch Sie Interesse am nachbarschaftlichen Garteln haben, wenden Sie sich an das wohnpartner-Team in Ihrem Bezirk.

www.wohnpartner-wien.at

Langfristiges Ziel ist es, dass die Bewohner den Gemeinschaftsgarten selbstständig weiterführen. Ähnlich wie bei den Gemeinschaftsgärten wird auch in Nachbarschaftsgärten zusammen gegartelt. Jedoch stammen die Nachbarschaftsgärtner aus mehreren Wohnhausanlagen der Umgebung. Zudem wird bei dieser einzigarten Gartenform eine öffentlich zugängliche Fläche zum Pflanzen genutzt – dadurch steht das Kennenlernen der Grätzel-Bewohner im Vordergrund. „Unsere Erfahrungen sind sehr gut. Die Menschen gewinnen nicht nur einen Garten sondern auch neue Freunde. Es wird gefachsimpelt, was man mit den Zutaten kochen kann und man trifft einander in der Gartenlaube beim Kaffee“, sagt wohnpartner-Leiter Josef Cser.

Garten-Leidenschaft wohnpartner bietet, passend zum Thema Garten, laufend spannende Veranstaltungen an. Die Bandbreite reicht von einer Gartl-Tour über Gartenwerkstätten und Info-Veranstaltungen bis hin zu einem Garten-Herbstfest.

Anmeldung über wohnpartner unter: lokal20@wohnpartner-wien.at und unter der Telefonnummer 01/24503 20080
Achtung: Begrenzte Plätze

– Gartl-Tour 2 am 6. Septmber 2019, von 13 bis19 Uhr; in den Wiener Bezirken 20. und 21. Bezirk

– Gartenwerkstatt Zum aktuell gefragten Thema „Fermentieren und Konservieren“, am 20. September 2019, von 17 bis 20 Uhr, im BewohnerInnen-Zentrum Bassena 12, Am Schöpfwerk 29/14/R1 in 1120 Wien

– Garten-Herbstfest am 3. Oktober 2019, von 17 bis 20 Uhr, diesmal im wohnpartner-Veranstaltungsraum, Engerthstraße 230, 1020 Wien

– Gartenwerkstatt Zum Thema: „Wintergemüse und Einwintern“, am 24. Oktober 2019, von 17 bis 20 Uhr, im wohnpartner-Veranstaltungsraum, Engerthstraße 230, 1020 Wien