Viel Spaß hatten die Kinder des Kindergartens Rennbahnweg 52 und die Senioren der angrenzenden Casa Kagran bei der Rollstuhl-Bobby-Car-Ralley.

© Kommt noch

Chronik Wien WOHNKURIER
10/06/2019

Auf die Plätze, fertig, los!

In Wien gibt es zahlreiche Initiativen, die junge und alte Menschen zusammenbringen.

Wenn der Kindergarten Rennbahnweg 52 mit den Bewohnern der benachbarten Casa Kagran von „Casa Leben im Alter“ gemeinsame Sache macht, ist immer viel Spaß im Spiel. Etwa beim Wettrennen mit Rollstuhl und Roller. „Durch die Aktivitäten werden Berührungsängste abgebaut und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit erlebbar gemacht“, schildert Christian Morawek, Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde. Seit über 20 Jahren werden hier mit „Granny Kids“ Projekte angeboten, die ältere Menschen regelmäßig in den Kindergarten- und Hort-Tagesablauf der Kinderfreunde einbinden und umgekehrt. Angefangen von traditionellen Feiern über ergotherapeutische Turneinheiten, gemeinsame Kreativ- und Theaterprojekte bis hin zu regelmäßigen Zusammentreffen und Urlauben.

Weltoffene Kinder

Mit September 2019 startete Jugend am Werk das Projekt „Alt und Klein“ der Tagesbetreuung für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf mit Tagesmüttern der Volkshilfe Wien, finanziert vom Fonds Soziales Wien (FSW). Gemeinsam mit den Kindern beteiligen sich die älteren Menschen mit Behinderung an Bewegungsliedern oder spielen Instrumente. „Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen es den Kindern, selbstverständlicher damit aufzuwachsen, dass alle Menschen unterschiedlich aussehen, manche von ihnen eingeschränkt sind oder eine eher ungewohnte Erscheinung haben. So werden Kinder unterstützt, weltoffen und tolerant aufzuwachsen,“ erklärt Wolfgang Bamberg, Geschäftsführer von Jugend am Werk, die Projektidee.

Austausch mit Nachbarn

Das Wiener Hilfswerk bietet mit seinen zehn Nachbarschaftszentren Orte des Austausches zwischen Menschen aller Generationen und sozialer Schichten an. Die Zentren ermöglichen viele generationsübergreifende Angebote, etwa Spiel- und Kochgruppen oder sportliche Aktivitäten.

Lern-Oma/Opa

Kulturelle Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion: Dafür steht das generationsübergreifende „Oma/Opa-Projekt“, das vor rund 10 Jahren ins Leben gerufen wurde und von der Wien Holding unterstützt wird. Hier erhalten 70 Kinder aus bildungs- und sozial benachteiligten Familien schulische Unterstützung von freiwilligen Senioren. Zweimal pro Woche wird in geschützter Atmosphäre im Verhältnis eins zu eins miteinander gelernt. Aufgrund der großen Nachfrage eröffneten neben Wien zwei zusätzliche Standorte in Amstetten und Krems. 2018 wurden 83 Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren von 112 Freiwilligen betreut und insgesamt 983 Betreuungsstunden geleistet. Weitere Lern-Omas und -Opas werden laufend gesucht. Alle

Informationen dazu online.

www.nl40.at

Junge Erwachsene engagieren sich

Ein freiwilliges Sozialjahr bietet viele berufliche und soziale Perspektiven. Im September 2018 haben erstmals junge Erwachsene ihr Freiwilliges Sozialjahr (FSJ) beim AWZ Soziales Wien, eine Tochter des Fonds Soziales Wien (FSW) begonnen und mit Ende Juni 2019 abgeschlossen. Darunter auch einige junge Menschen, die in den FSW-Tageszentren für  Senioren eingesetzt waren. Eine davon ist Timea Pech. Die 19-Jährige  hat ihr Sozialjahr im Tageszentrum Favoriten für  Senioren  verbracht. „Meine Aufgabenbereiche waren sehr vielfältig.  Ich durfte zum Beispiel die  Mitarbeiter bei den Gruppenaktivitäten unterstützen. Im Laufe der Monate wollte ich mich weiterentwickeln und habe verschiedene Angebote wie Bingo, Keramik, Bewegung oder Gedächtnistraining auch selbstständig mitgestaltet. Ich habe mich natürlich auch mit den Senioren unterhalten und  die Einzelbetreuung gefördert.“


Das Angebot bietet jungen Menschen die  Möglichkeit, sich sozial zu engagieren und gleichzeitig die Arbeit im Sozial- und Gesundheitsbereich der Stadt Wien kennenzulernen. Das FSJ dauert rund 10 Monate mit einer  Einsatzzeit von 34 Stunden pro Woche. Dafür gibt es € 250 Taschengeld im Monat, Versicherungsschutz sowie ein Abschlusszertifikat. Die Teilnehmer erhalten darüber hinaus ein praxisorientiertes Bildungsprogramm im Ausmaß von mindestens 150 Stunden und werden laufend pädagogische betreut. Timea hat ihre Berufung schon gefunden: „Ich habe gerade eine Ausbildung für Elementarpädagogik begonnen. Hier kann ich auf die wertvollen Erfahrungen während meines FSJ zurückgreifen.“         
Interessenten ab 17 Jahren können sich  jetzt schon für den kommenden Turnus mit Start im Herbst 2020 bewerben.  

www.awz-wien.at/fsj

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