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Chronik Wien
03/30/2019

Wo Wien demächst mit Pflanzenmärkten für Balkonien aufwartet

Schwendermarkt, Botanischer Garten, Yppenplatz: Die kommenden Wochenenden stehen im Zeichen der Wiederbelebung des Balkons.

von Julia Schrenk, Axel Halbhuber

Der heutige Samstag ist so ein Tag. 18 Grad, Sonnenschein und nicht allzu viele Wolken. Der Frühling ist eingekehrt und damit auch der Drang, Balkonien aufzuhübschen.

Und weil Urban Gardening (oder Stadtgarteln, wie die Stadt Wien das nennt), in den vergangenen Jahren zum Trend geworden ist, findet praktisch an jedem der kommenden Wochenenden ein Pflanzenmarkt oder eine Tauschbörse statt (Achtung, noch dürfen die zarten Pflänzchen nicht hinaus, wie unser KURIER-Obergärtner unten erklärt).

Den Beginn macht kommenden Freitag und Samstag der Balkongartenmarkt auf dem Schwendermarkt (15., Mariahilfer Straße 196, Freitag 14 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr). Motto der Balkongartentage:„Die ganze Stadt ist unser Garten.“

Zu kaufen gibt es Saatgut, Bio-Jungpflanzen direkt vom Bauern, Kräuter, Wildblumen und exotischere Pflanzen wie Feigen oder Oliven. Wer will, kann sich bei der Gartenplanung beraten lassen oder Bücher kaufen und das entsprechende Gartel-Know-how selbst aneignen. Parallel dazu findet der Bauernmarkt statt, auch ein Kinderprogramm gibt’s.

Am Wochenende danach, also von 12. bis 14. April, findet im Botanischen Garten (3., Mechelgasse/Praetoriusgasse; täglich 9.30 bis 18 Uhr, Tageskarte: 4 Euro) wieder die alljährliche Raritätenbörse statt.

Wer sich nicht in Schlangen anstellen will, muss zeitig kommen. Wie immer gibt es Raritäten abseits der Massenware für Balkon, Garten und das Hochbeet.

Am 26. April findet am Johann-Nepumok-Vogl-Markt in Währing die Pflanzentauschbörse der Gebietsbetreuung statt. (14 bis 18 Uhr). Philodendron gegen Salbei, Yucca-Palme gegen Basilikum – alles darf getauscht werden.

Dieselbe Veranstaltung macht am 27. April von 9 bis 14 Uhr am Yppenplatz in Ottakring halt. Auch dort kann Grünzeug für drinnen und draußen getauscht oder gegen eine freie Spende gekauft werden.

Seit 2017 gibt es die City Farm – den „städtischen Erlebnisgarten der Gemüsevielfalt“ – im Augarten. Am 4. Mai wird ihr erstmals ein Fest ausgerichtet (2., Obere Augartenstraße 1C, 13 bis 17 Uhr, Eintritt frei). Besucher können an Führungen durch den Garten teilnehmen, Gartenpädagoginnen stellen ein Kinderprogramm zusammen.

Und jetzt noch eine gute Nachricht für alle, die sich keines Balkones erfreuen können: Unter dem Motto „Garteln ums Eck“ vermietet die Stadt auch heuer wieder Baumscheiben – also die kleinen, eingezäunten Beete auf den Gehsteigen, in denen Bäume gepflanzt sind – zum Begrünen.

Dazu macht man ein Foto der gewünschten Baumscheibe, schickt es inklusive Baum-Nummer (ersichtlich direkt am Baum) und/oder Adresse an die Gebietsbetreuung im Bezirk.

Noch etwas Geduld und eine Naturidee

Garteltipps. Natürlich rotieren Leidenschaftsgartler schon vor Tatendrang. Aber weder die viele Märzsonne noch die Temperaturen dürfen darüber hinweg täuschen, dass erst der April beginnt. Es also eher nochmal kalt und frostig wird. Und auch wenn Jungpflanzen eine gewisse Abhärtung gut tut, bei Paradeisern steigert das den Ertrag, sind null Grad und darunter zu hart.

Trotzdem kann man in Wien schon ein paar Wochen vor den Eisheiligen (12.–15. Mai) loslegen. Anfangs stehen die Pflanzen am besten an Südwänden, die geben in der Nacht Wärme ab. Zweitens in Gruppen, das schützt sie vor Wind. Und drittens gießt man sie zu Beginn nur zaghaft – so bilden sie stärkere Wurzeln.

Gruppieren lässt sich auch gut in einer Naturkiste. Die bringt Vielfalt und weniger Arbeit – das große Erdvolumen speichert Wasser, als Dünger kann man Küchenabfälle einmulchen.  Je bunter die Kiste (großer Topf geht auch) bepflanzt wird, desto nachhaltiger: vom Weinstock über Nutzpflanzen (Radieschen und Salat  wachsen schnell, Chili und Paradeiser brauchen viel Wasser) bis zu Blumen und Wildwuchs – Brennnesseln ziehen Insekten an und beschatten das Gemüse ... sobald dann Sommer ist.