© Kurier/Juerg Christandl

Chronik Wien
04/20/2020

Wo man einander gerne begegnet – und wo nicht

Die temporären Begegnungszonen sind Zankapfel - in der rot-grünen Stadtregierung und zwischen Vizebürgermeisterin und Bezirken.

von Julia Schrenk

Gerhard Zatlokal wurde eines Besseren belehrt. Der SPÖ-Bezirksvorsteher von Rudolfsheim-Fünfhaus hätte gern eine temporäre Begegnungszone in der Clementinengasse gehabt.

Aber: „Die zuständige Fachabteilung MA 46 hat das abgelehnt“, schrieb Zatlokal auf Facebook – obwohl ihm Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) – übrigens Bewohnerin seines Bezirks – bereits Unterstützung zugesichert hatte. Weil er ein „optimistischer Mensch“ sei, sei er davon ausgegangen, dass die Umsetzung dann nur noch Formsache sei.

War es nicht.

Die MA 46 hat die Clementinengasse zwar geprüft, ist aber zu dem Schluss gekommen, dass das Verkehrsaufkommen dort zu stark ist, um eine Begegnungszone einzurichten. „Entweder ich mache das dort, wo es gebraucht wird, oder ich lasse es bleiben“, sagt Zatlokal.

Seit Hebein die Straßen für Fußgänger geöffnet hat – als temporäre Begegnungszonen oder Fußgängerstraßen –, damit diese in Zeiten von Corona ausreichend Platz zum Spazieren und Abstand halten haben, gibt es vor allem an der Auswahl der Straßen Kritik: Manche Bezirke hätten gerne solche verkehrsberuhigten Straßen und bekommen sie nicht – wie der 15. Bezirk.

Manche haben nun welche und wollen sie nicht – wie der 13. Bezirk.

Wenn Parks fehlen

Gerhard Zatlokal hätte „seine“ temporäre Begegnungszone gerne im südlichen Bezirksteil. Dort sind die Gehsteige schmal, dort gibt es keine Parks. Dass jetzt die Meiselstraße im Gespräch ist, kann er nicht nachvollziehen. „Wenn ich so etwas umsetze, will ich auch, dass das Sinn ergibt“, sagt er.

Aus dem Büro der Vizebürgermeisterin heißt es: „Die MA46 prüft die für temporäre Begegnungszonen in Frage kommenden Straßen sehr sorgfältig.“ Die Entscheidung über die Meiselstraße sei noch ausständig.

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