Kabarettist Clemens Haipl

© KURIER/Juerg Christandl

Neuer Reiseführer
03/08/2014

Wo das "Gfrastsackel" Falco seine Watschen kassierte

Kabarettist Clemens Haipl schrieb den wahrscheinlich subjektivsten Wien-Guide.

von Anna-Maria Bauer

Am liebsten sitzt Clemens Haipl unten am Donaukanal neben der Marienbrücke. (Auch wenn ihm das Restaurant Motto am Fluss die Sicht auf die Altstadt nimmt.) Aber es gibt gratis Internet und sowohl Bar als auch Mobilklo sind ums Eck. Seinen Lieblingsort verrät der Kabarettist dem Leser seines neuen Buches "Der Wiener Takes It All" (Metroverlag). Doch zu viele Leute will er dort nicht haben, deshalb bittet er: "Gehen Sie woanders hin."

Haipls "unverzichtbarer Wien-Führer" ist mehr Schmunzel-Anregung für Einheimische als Reiselektüre für Touristen. In 60 Kapiteln erzählt Haipl von seinen Erfahrungen mit und in Wien. Er schreibt von Staus auf dem "Highway to Hell", der Südosttangente; vom Friseur in der Ziegelofengasse, wo sich Falco die Haare schneiden ließ, und dem Park daneben, in dem das "Gfrastsackel" Falco vom Vater eines Freund von Haipl öfters eine gescheuert bekam; Haipl schreibt von seinem Unverständnis Vapiano-Filialen gegenüber und dem verrauchten schmuddeligen Café Bendl, das er genau deswegen liebt. Und er ist sicher: Die Amis kommen nach Schönbrunn, weil für sie Europa nur aus Paris besteht und Marie Antoinette hier aufgewachsen ist.

"Hingefetzt"

Doch auch wenn Haipl viel über seine Heimatstadt "motschkert", wie es sich für einen Wiener gehört: Sobald jemand Wien kritisiert, fühlt er sich verpflichtet, die Stadt bis aufs Blut zu verteidigen. Die Idee, einen Reiseführer zu schreiben, ist zufällig entstanden. Und eigentlich sei er "ziemlich hingefetzt, ein bisschen wie ein langer Facebook-Kommentar", gibt Haipl zu. Immerhin hat er das Buch innerhalb eines Monats verfasst.

Auch wenn er sich anfangs nicht vorstellen konnte, einen Reiseführer zu füllen, hat Haipl bereits Titel für Fortsetzungen parat: In "Wien Reloaded" würde er Wiener Neustadt behandeln. Und dann gäbe es noch "Amstetten von unten".

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